6. Oktober 2017 Diskussion/Vortrag Abschiebung in den sicheren Krieg?

Lebensbedingungen in Afghanistan und die deutsche Asylpolitik

Information

Veranstaltungsort

Saal der Martin-Bonhoeffer-Häuser
Lorettoplatz 30
72072 Tübingen

Zeit

06.10.2017, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

International / Transnational

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Diskussion/Vortrag mit Friederike Stahlmann

Die Bundesregierung verschärft ihre Abschiebepraxis. Dabei macht sie nicht einmal mehr vor Abschiebungen in Kriegsgebiete wie Afghanistan halt. Sie erhöht den (finanziellen) Druck auf Herkunftsund Transitländer die Grenzen zu schließen oder Rücknahme-Abkommen wie am 2.10.2016 mit Afghanistan abzuschließen. Sie schreckt dabei auch nicht vor Abkommen mit Despoten wie Erdogan oder der Aufrüstung der Lybischen Regierung zurück, in deren Lagern Flüchtlinge unter menschenunwürdigen Verhältnissen interniert werden.

Die Abschiebepolitik gegenüber Geflüchteten aus Afghanistan ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Festnahmen fanden in der Vergangenheit sogar mitten in der Nacht, am Arbeitsplatz, bei den Behörden oder in der Schule statt. Wenn es «Normalität» werden sollte, zukünftig Menschen sogar in (Bürger-)Kriegsgebiete wie Afghanistan abzuschieben, müssen Menschen, die hier lediglich in einem Duldungsstatus leben, auch noch nach Jahren damit rechnen, dass sie mit ihren Familien abgeschoben werden.

Friederike Stahlmann ist Afghanistan-Spezialistin am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle (Saale). Sie hat längere Zeit in Afghanistan gearbeitet und geforscht und wird uns über die realen Lebensbedingungen der Bevölkerung in Afghanistan informieren.

Veranstaltung in Kooperation mit dem Antirassistischen Netzwerk Baden-Württemberg und dem Flüchtlingsrat Baden-Württemberg

Standort