6. Juni 2018 Diskussion/Vortrag Rechtspopulismus und Gewerkschaften

Eine arbeitsweltliche Spurensuche — Vorstellung der Ergebnisse einer aktuellen Studie

Information

Veranstaltungsort

Willi-Bleicher-Haus (Gewerkschaftshaus), Konferenzraum 1
Willi-Bleicher-Str. 20
70174 Stuttgart

Zeit

06.06.2018, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Ungleichheit / Soziale Kämpfe

Zugeordnete Dateien

Vortrag/Diskussion mit Richard Detje, Mitautor der Studie «Rechtspopulismus und Gewerkschaften. Eine arbeitsweltliche Spurensuche» (VSA: Verlag 2018)

Bei der Bundestagswahl im September 2017 war die «Alternative für Deutschland» (AfD) überdurchschnittlich unter Gewerkschaftsmitgliedern erfolgreich. Das war kein Ausrutscher. Auch bei den vorangegangenen Landtagswahlen verdankte sie ihre Erfolge auch dem Votum gewerkschaftlich organisierter Beschäftigtengruppen. Schaut man über den deutschen Tellerrand, stellt man fest, dass Vergleichbares auch für Frankreich, Österreich und Italien gilt.

Wie ist das zu erklären? Schwappt der Aufstieg der populistischen und extremen Rechten gleichsam von «Außen» in die Betriebe hinein, sodass sich dort fortsetzt, was mit Vorlauf in Gesellschaft und Politik trendbildend war? Oder gibt es auch einen arbeitsweltlichen Nährboden für die Geländegewinne der Neuen Rechten? Dieser Frage sind Forscher*innen des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung (ISF) in München und WISSENTransfer in Hamburg in einer aktuellen qualitativen Befragung unter Gewerkschafter*innen nachgegangen.

Die Befunde dieser Untersuchung sind von besonderem Interesse für die gegenwärtig (bis Mai 2018) stattfindenden Betriebsratswahlen, in denen in rund 28.000 Betrieben ca. 180.000 Interessenvertreter*innen gewählt werden. Es kandidieren auch rechte Listen. Die Studie berichtet über Ansätze von rechten Netzwerkstrukturen in Betrieben und den Umgang der Gewerkschaften mit ihnen. Beleuchtet wird eine arbeitsweltliche Realität, die mit den offiziellen Hymnen auf die bundesdeutsche Erfolgsökonomie in weiten Bereichen wenig Gemeinsamkeiten aufweist.

Richard Detje ist Sozialwissenschaftler und Redakteur der «Zeitschrift Sozialismus».

Veranstaltung in Kooperation mit dem Zukunftsforum Stuttgarter Gewerkschaften und dem Aktionsbündnis Stuttgart gegen Rechts 


Dieter Sauer, Ursula Stöger, Joachim Bischoff, Richard Detje, Bernhard Müller
Rechtspopulismus und Gewerkschaften. Eine arbeitsweltliche Spurensuche
VSA: Verlag Hamburg 2018, 216 Seiten

Die Studie ist als Volltext hier einsehbar. Die Printfassung ist im Buchhandel bzw. auf der VSA: Website zum Ladenpreis von € 14.80 erhältlich.

Die Publikation erscheint mit finanzieller Unterstützung durch die Rosa-Luxemburg-Siftung.

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