16. März 2020 Ausstellung/Kultur „Schicksal Treuhand – Treuhand Schicksale“

Ausstellungseröffnung

Information

Veranstaltungsort

"Gerichtslaube" im Rathaus Wismar
Am Markt 1
23966 Wismar

Zeit

16.03.2020, 17:00 - 20:00 Uhr

Themenbereiche

Deutsche / Europäische Geschichte, 30 Jahre 89/90

Zugeordnete Dateien

Vom 16. März bis 3. April zeigt die Rosa-Luxemburg-Stiftung die Ausstellung "Schicksal Treuhand - Treuhand Schicksale" in Wismar.

Zur Eröffnung am 16. März um 17 Uhr laden wir herzlich zur Teilnahme in die Gerichtslaube des Rathaus Wismar ein. Es sprechen Dagmar Enkelmann (Vorstandsvorsitzende der Rosa-Luxemburg-Stiftung), Christa Luft (Wirtschaftsministerin in der Modrow Regierung) und Simone Oldenburg (Fraktionsvorsitzende DIE LINKE im Landtag MV). Moderiert wird die Veranstaltung von Dr. Michael Herms (Vorstandsmitglied Rosa-Luxemburg-Stiftung MV).

16.45 Uhr Musik
17.00 Uhr Begrüßung und Moderation durch Dr. Michael Herms,
17.00 Uhr Grußwort des Bürgermeisters der Hansestadt Wismar, Herr Thomas Beyer
17.10 Uhr Ansprache von Frau Dr. Dagmar Enkelmann über die Ausstellung, Ideen, Werdegang und Intention
17:30 Uhr Pause mit Musikbeitrag
17.45 Vortrag von Frau Prof. Christa Luft über die Anfangszeit der Treuhand
18.30 Vortrag von Frau Simone Oldenburg über die Auswirkungen der Treuhand insbesondere auf NWM,
18.50 Diskussion

Die Treuhandpolitik brach 1990 wie ein Schicksalsschlag über die Ostdeutschen herein. Waren sie im Herbst 1989 selbstbewusst für Freiheit und Demokratie auf die Straßen gegangen, nahm ihr Leben nun eine ungewollte Wendung. 

9.000 volkseigene Betriebe mit insgesamt 4,1 Millionen Arbeitsplätzen sollte die Treuhandanstalt innerhalb kürzester Zeit «markttauglich» machen. Die Betriebe wurden privatisiert oder liquidiert. Millionen Menschen wurden arbeitslos. Wie erging es den Menschen dabei? Wie gingen sie mit dieser «Schocktherapie» um? Wie verarbeiteten sie die biografischen Brüche? 

Davon erzählt die Ausstellung der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Sie gibt einen Einblick in die Vielzahl der Lebenswege. Die 13 ausgewählten Branchen und Betriebe stehen exemplarisch für die ostdeutsche Wirtschaft. Die meisten ostdeutschen Familien waren vom Wirken der Treuhandpolitik betroffen, ihr ausgeliefert. Sie erlebten die Treuhandanstalt als Schicksalsmacht.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung lässt in der von Rohnstock-Biografien kuratierten Ausstellung Zeitzeug*innen zu Wort kommen, deren Lebensgeschichte durch das Agieren der Treuhandanstalt unmittelbar beeinflusst wurde. Sie waren zur Wendezeit beispielsweise Schlosser auf der Neptunwerft Rostock, Kranführerin im Stahlwerk Riesa, Maurer im Chemiekombinat Buna, Kumpel im Kaliwerk Bischofferode oder Fernsehelektronikerin in Oberschöneweide oder Sicherheitsinspektor im Braunkohlenkombinat Lauchhammer.

Als lebensgroße Porträts treten sie den Besucher*innen in der Ausstellung buchstäblich auf Augenhöhe gegenüber und berichten von ihren Erfahrungen. Über QR-Code können kurze Sequenzen aus ihren Erzählungen angehört werden, in denen sich die damalige Stimmungslage auch heute noch widerspiegelt.

Mehr zur Ausstellung: https://www.rosalux.de/treuhand

Standort

Kontakt

Rosa-Luxemburg-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern

Telefon: (0)381 4900450