30. September 2017 Seminar Arbeit und Beschäftigung im digitalen Kapitalismus

zwischen Taylorismus und neuer (Schein)Selbständigkeit | Bitte anmelden!

Information

Veranstaltungsort

DGB - Bezirk Nordrhein-Westfalen
Friedrich-Ebert-Str. 34- 38
40210 Düsseldorf

Zeit

30.09.2017, 11:00 - 16:00 Uhr

Veranstalter

Rosa-Luxemburg-Stiftung Nordrhein-Westfalen

Themenbereiche

Staat / Demokratie, Kultur / Medien

Zugeordnete Dateien

Der wachsenden Nutzung digitaler Technologien, vor allem die Vernetzung von Geräten, Maschinen, von Arbeits- und Produktionsprozessen sowie von Logistik-, Management- und Kontrollsystemen über das Internet, vielfach als vierte industrielle Revolution bezeichnet, findet in Politik und Medien seit einiger Zeit besondere Aufmerksamkeit. Vielen gilt Digitalisierung, eine entsprechende Anpassung von Arbeitskräften und Institutionen vorausgesetzt, nicht nur als Treiber für höhere Produktivität, verbesserte Wettbewerbsfähigkeit, nachhaltiges Wachstum und vermehrten Wohlstand. An den Prozess der Digitalisierung ist oft auch die Hoffnung auf ein mehr an Dezentralisierung und Demokratisierung des Wirtschaftslebens gerichtet.

Sind die Hoffnungen und Versprechungen der Digitalisierungsoptimisten begründet? Lassen sich Phasen gesellschaftlicher Entwicklung allein durch radikal neue und sich Geltung verschaffende Technologien ausreichend beschreiben? Müssen dazu nicht eher soziale, institutionelle, organisatorische und ökonomische Umbrüche berücksichtigt werden? Ist die Digitalisierung der Arbeitswelt unausweichliches Schicksal, dessen sozialen Konsequenzen durch eine (Anpassungs)Qualifizierung ausreichend begegnet werden kann?

Oder ist es eher angebracht, von keiner vorbestimmten Beziehung zwischen der Verbreitung digitaler Technologien und ihren sozialen Konsequenzen auszugehen? Welche Folgen ergeben sich aus der Digitalisierung und dem Vordringen von neuen, soziale Regulierungen oft missachtenden Plattform-Unternehmen für alteingesessene Branchen und ihre Beschäftigten? Bestehen Entscheidungs- und Gestaltungsspielräume hinsichtlich der Anwendung digitaler Technologien und Wirtschaft und Gesellschaft? Wenn technisch-organisatorische Alternativen der Gestaltung existieren, wie können sie genutzt werden? Wie ist es um die Beteiligung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bzw. ihre Betriebs- und Personalräte am digitalen Wandel bestellt? Und nicht zuletzt: Wie sind in diesem Kontext Vorschläge zur Bewältigung der digitalen Transformation zu bewerten? Offerieren sie ausreichende Gestaltungsmöglichkeiten zur Sicherung von Beschäftigung und ‚guter Arbeit‘ in der Zukunft?

Seminarprogramm

  • 11:00  Eröffnung / Begrüßung durch RLC-Düsseldorf
  • 11:15  Einführung: Politische Ökonomie der Digitalisierung und des Plattform-Kapitalismus. Interessen, Akteure, Strategien und Konsequenzen
    Referent: Roland Schneider (ehem. TUAC-OECD)
  • 11:45  Entwicklungsperspektiven digitalisierter Arbeit. Technisch-organisatorische Gestaltung anstatt technikdeterministischer Anpassung
    Referent: Prof. Dr. Hartmut Hirsch-Kreinsen, Univ. Dortmund (em.)
  • 12:15 Diskussion
  • 13:00 Mittagspause
  • 13:45  Arbeit transformieren -Denkanstöße und Antworten der Kommission „Arbeit der Zukunft“ zur Gestaltung des digitalen Wandels
    Referentin: Dr. Christina Schildmann, Hans-Böckler-Stiftung
  • 14:15 Podiumsdiskussion: Sind vorliegende Antworten auf arbeits- und gesellschaftspolitische Herausforderungen der Digitalisierung zielführend?
    TeilnehmerInnen: Dr. Christina Schildmann, Prof. Dr. Hartmut Hirsch-Kreinsen; N. N. (ver.di; angefragt), Dr. Patrick Loos (IGM NRW)
    Moderation: Roland Schneider
  • 16:00 Schlusswort RLC-Düsseldorf


Um Anmeldung unter rlc-duesseldorf@gmx.de wird gebeten.


Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem RLC-Düsseldorf, Attac, Evtl. ver.di, FGW, IGM

Standort