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11. Mai 2026: online: Lesung/Gespräch : „Uns steht ein hartes Programm ins Gesicht“

Ein Abend über Jugoslawien, Fußball, Gewalt und Hoffnung

Wichtige Fakten

Veranstaltungsort

Rosa-Luxemburg-Stiftung
Mathilde-Jacob-Saal
Straße der Pariser Kommune 8A
10243 Berlin

Informationen zur Zugänglichkeit und Barrierefreiheit

Zeit
11.05.2026, 19:00 - 21:00 Uhr
Themenbereiche
Südosteuropa, Osteuropa, Online-Veranstaltung

Beschreibung

„Uns steht ein hartes Programm ins Gesicht“
18. Mai 1991: Zvonimir Boban von Dinamo Zagreb (rechts) gerät während des Fußballspiels der jugoslawischen Liga zwischen Roter Stern Belgrad und Dinamo Zagreb in Zagreb in eine Auseinandersetzung mit der Polizei. Foto: picture alliance / AP | Renato Brandjolica

Anekdoten aus dem Weltreich des Fußballs gibt es unzählige. Im Falle des sozialistischen Jugoslawiens heben sich zwei ganz besonders hervor.

Die eine besagt, dass der blutige Bürgerkrieg hätte verhindert werden können, hätte Jugoslawien doch nur die Weltmeisterschaft in Italien gewonnen – ein Turnier, dass für die „Blauen“ in der Tat nur äußerst unglücklich und im Elfmeterschießen im Viertelfinale gegen Argentinien zu Ende ging.

Die andere besagt, dass das Ende Jugoslawiens mit dem nur knapp zwei Monate zuvor angesetzten Ligaspiel zwischen Dinamo Zagreb und Roter Stern Belgrad besiegelt wurde. Aufgrund schwerer Ausschreitungen zwischen Hooligans aus beiden Lagern konnte das Spiel nicht angepfiffen werden. Der Zagreber Fußballprofi und spätere Milan-Star Zvonimir Boban lieferte mit seinem Kung-Fu-Tritt gegen einen Polizisten ein ikonisches Bild des kroatischen Nationalismus. Der amtierende serbische Staatspräsident Aleksandar Vučić rühmt sich, damals ebenfalls dabei gewesen zu sein.

Mittendrin statt nur dabei war immer schon auch Željko Raznatović, genannt „Arkan“. Ein Roter-Stern-Hooligan und Krimineller, der während des Bürgerkriegs als Kriegsverbrecher und Kommandant der sogenannten „Arkan-Tiger“ zur Berühmtheit wurde, eine bekannte Schlagersängerin heiratete und später auch zum Besitzer eines bis dato irrelevanten Fußballvereins avancierte, der es – nicht sonderlich überraschend – zur serbischen Meisterschaft brachte.

„Uns steht ein hartes Programm ins Gesicht“ – unter diesem Motto, ein Zitat des mittlerweile verstorbenen Fußballers Andreas Brehme, wollen wir über all das mit Frank Willmann und Barbi Marković sprechen. Frank Willmann ist regelmäßiger Kolumnist der sozialistischen Tageszeitung nd, Mitglied der Akademie für Fußballkultur sowie unter anderem Autor des von der Kritik gefeierten Buches „Der Pate von Neuruppin“. Sein jüngstes Buch „Balkanblut. Leben und Sterben des serbischen Mafiosos und Warlords Arkan“ bildet einen der beiden Anlässe für unser Gespräch. Den anderen Anlass bildet Barbi Marković`s Piksi-Buch. Betitelt in Anlehnung an den legendären Spielmacher der jugoslawischen Fußballnationalmannschaft Dragan ‚Piksi‘ Stojković, behandelt es nicht so sehr den Fußball, als vielmehr seine gesellschaftlichen und kulturellen Nebengeräusche. Das Piksi-Buch erhielt 2025 den von der Deutschen Akademie für Fußballkultur verliehenen Preis für das Fußballbuch des Jahres.

Für die Teilnahme vor Ort ist eine Anmeldung erwünscht, s.o.

Die Veranstaltung wird auch als Livestream übertragen.

Standort

Informationen zur Zugänglichkeit und Barrierefreiheit

Zugänglichkeit
  • Rollstuhlgerechter Zugang
  • Fahrstuhl rollstuhlzugänglich
  • Assistenzhunde erlaubt
  • Öffentlicher Nahverkehr

Weitere Informationen zur Zugänglichkeit

Kontakt

Dr. Krunoslav Stojaković

Referent für West-, Südost- und Mittelosteuropa im Europareferat der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Telefon: +49 30 44310 492

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