Beschreibung
Jahrhundertelang stellten westliche Gelehrte China entweder als Land überlegener Moral, Wirtschaft und Staatsführung dar oder als ein furchterregendes Land von Heiden, das eine globale Bedrohung für westliche Werte darstellt. Idealisierte Chinabilder dienten dazu, Herrscher für ihre Inkompetenz zu beschämen, während China als äußere Bedrohung dämonisiert wurde, um innenpolitische Misserfolge zu vertuschen. Im 20. Jahrhundert ermöglichte die Geopolitik des globalen Kapitalismus differenziertere Perspektiven, doch die Diversifizierung des Wissens über China ist noch lange nicht abgeschlossen.
In seinem neuen Buch The China Question: Eight Centuries of Fantasy and Fear kommt Ho-fung Hung zu dem Schluss, dass sowohl westliche Eliten als auch das autoritäre Regime Chinas bis heute zahlreiche orientalistische Stereotype verbreiten, um ihre wirtschaftlichen Interessen und politischen Projekte voranzutreiben. Er zeigt auf, wie tiefgreifende historische, soziale und wirtschaftliche Veränderungen untrennbar mit Schwankungen im Gedankengut verbunden sind. Nur ein offener Dialog kann extreme Fantasie und Angst überwinden.
Gespräch und Diskussion mit:
Ho-fung Hung ist Henry M. und Elizabeth P. Wiesenfeld-Professor für Politische Ökonomie am Institut für Soziologie und an der Nitze School of Advanced International Studies der Johns Hopkins Universität. Er ist Autor von „Protest with Chinese Characteristics“ (Columbia, 2011), „The China Boom“ (Columbia, 2015), „City on the Edge: Hong Kong under Chinese Rule“ (Cambridge, 2022), „Clash of Empires: From “Chimerica” to the “New Cold War”“ (Cambridge, 2022), „The China Question: Eight Centuries of Fantasy and Fear“ (Cambridge, 2026) und „Greenback Empire: Global Dollar Dominance and the New Cold War“ (Chicago, 2026).
Daniel Fuchs moderiert dieses Gespräch. Er ist Assistenzprofessor am Institut für Asien- und Afrikastudien der Humboldt-Universität zu Berlin und Mitglied des Berlin Contemporary China Network. Zuletzt war er Mitherausgeber der Bücher „Die Zukunft mit China denken“ (Mandelbaum, 2023) sowie „Eine gerechte Weltwirtschaftsordnung?“. Die „New International Economic Order“ und die Zukunft der Süd-Nord-Beziehungen (Transcript, 2024).
Dies ist eine Kooperationsveranstaltung zwischen der taz, dem Han Sen Asientalk, dem Berlin Contemporary China Network und der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
Einlass ist ab 18 Uhr, Die Diskussion wird auch im Livestream übertragen.
Die Teilnahme vor Ort ist nur mit einem im Voraus gebuchten Ticket möglich. Bitte registrieren Sie sich über das Ticketportal. Die Plätze sind begrenzt, der Eintritt ist frei. Der Zugang zur Veranstaltung ist barrierefrei.
Sprache: Die Veranstaltung findet ausschließlich auf Englisch statt.
Standort
Informationen zur Zugänglichkeit und Barrierefreiheit
Kontakt
Carola Franz
Projektmanagerin für das Referat Internationale Politik , Rosa-Luxemburg-Stiftung
E-Mail: carola.franz@rosalux.org
Telefon: +49 30 44310144