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17. September 2026: Diskussion/Vortrag : Als „Richter Gnadenlos“ die Hamburger Innenpolitik bestimmte

25 Jahre Schwarz-Schill-Senat

Wichtige Fakten

Veranstaltungsort

Centro Sociale
Sternstraße 2
20357 Hamburg

Zeit
17.09.2026, 18:30 - 20:00 Uhr
Themenbereiche
Deutsche / Europäische Geschichte, Parteien- / Bewegungsgeschichte, Parteien / Wahlanalysen, Stadt / Kommune / Region, Wirtschafts- / Sozialpolitik
Zugeordnete Dateien

Beschreibung

Als „Richter Gnadenlos“ die Hamburger Innenpolitik bestimmte
Anti-Schill Demonstration am 10.07.2001 in Hamburg © Foto Archiv Kollektiv

Es war eine kleine Sensation: Bei der Bürgerschaftswahl im September 2001 erhielt die neu gegründete Partei Rechtsstaatlicher Offensive aus dem Stand 19,4 Prozent der Stimmen. Zugeschnitten war sie vollkommen auf ihren Gründer und Spitzenkandidaten Ronald Barnabas Schill. Die Boulevardpresse hatte den Juristen wegen seiner harten Urteile als „Richter Gnadenlos“ bezeichnet. Nun wurde er Zweiter Bürgermeister und Innensenator in einer Koalitionsregierung mit der CDU. Öffentlichkeitswirksam führte er in Hamburg blaue Polizeiuniformen ein und stattete die Ordnungshüter mit Harley-Davidson-Motorrädern aus. Auch seiner harten Linie blieb er treu: Er hetzte gegen Migrant:innen, ließ Drogenabhängige und Obdachlose aus dem Hauptbahnhof vertreiben und den Bauwagenplatz „Bambule“ räumen.

Der Spuk währte nicht lange: Nach nur zwei, von zahlreichen Skandalen geprägten Jahren entließ Bürgermeister Ole von Beust seinen Innensenator, kurze Zeit später wurde Schill sogar aus seiner eigenen Partei ausgeschlossen. Er wanderte nach Südamerika aus und wirkte fortan in zahlreichen Reality-TV-Formaten mit.

Wir wollen darüber diskutieren, wie das Phänomen Schill vor 25 Jahren möglich war und welche Auswirkungen es bis heute auf die Hamburgische Politik hat. Inwiefern lieferte er eine Blaupause für den Aufstieg des gegenwärtigen Rechtspopulismus?


Meinhard Meuche-Mäker ist Politologe und war von 2006 bis 2024 Leiter des Hamburger Regionalbüros der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Er ist Autor von „Ein Politisches Beben verändert die Stadt – bald auch die Republik? Gedanken zum Aufstieg der Schill-Partei“ (Hamburg 2002) sowie des Beitrags „Aufstieg und Fall der Schill-Partei“ von 2004.
 
Heike Sudmann ist langjährige Abgeordnete der Hamburgischen Bürgerschaft und seit 2025 Vorsitzende der dortigen Linksfraktion. Bei der Wahl 2001 war sie Spitzenkandidatin von Regenbogen – Für eine neue Linke.

Moderation: Sebastian Friedrich, Journalist.



Standort

Kontakt

Rosa-Luxemburg-Stiftung Hamburg

Telefon: 040 28003705

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