29. Oktober 2020 Diskussion/Vortrag Das Oktoberfestattentat und der Doppelmord von Erlangen

– oder der Beginn des rechten Terrors vor 40 Jahren

Information

Veranstaltungsort

Max-Brauer-Schule
Aula
Bei der Paul-Gerhardt-Kirche 1 - 3
22761 Hamburg

Zeit

29.10.2020, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Deutsche / Europäische Geschichte, Erinnerungspolitik / Antifaschismus, Neonazismus / Rassismus, NSU-Komplex

Zugeordnete Dateien

Das Oktoberfestattentat und der Doppelmord von Erlangen
Denkmal für die Oktoberfest-Attentat Opfer CC BY 3.0, High Contrast

1980. Am 26. September ereignet sich in München das Oktoberfestattentat mit 13 Toten, am 19. Dezember in Erlangen der erste gezielte antisemitische Mordanschlag in der deutschen Nachkriegsgeschichte. An beiden Verbrechen sind Personen aus der rechtsextremen Szene beteiligt. Gundolf Köhler legt die Bombe von München, Uwe Behrend soll den ehemaligen Nürnberger Rabbiner Shlomo Lewin und seine Lebensgefährtin Frida Poeschke erschossen haben. Köhler und Berendt Behrendt standen in Verbindung mit der rechtsextremen Wehrsportgruppe Hoffmann. Aber beide Attentäter sollen ihre Tat allein geplant und ausgeführt haben.

Der Journalist und Autor Ulrich Chaussy hat über drei Jahrzehnte über das Oktoberfestattentat recherchiert und publiziert. Er hat ein zum Teil eklatantes Versagen der Ermittler und der juristischen Aufarbeitung aufgedeckt. Noch dazu wurden die Ermittlungen – ähnlich wie Jahrzehnte später beim NSU - durch geheimdienstliche Intervention gezielt sabotiert. Chaussy zeigt die Zusammenhänge auf, die beide Verbrechen verbinden.

Das Oktoberfestattentat kann keine Einzeltat gewesen sein, so Chaussy – und der antisemitische Hass, der den Erlanger Mordschütze antrieb, kann sich nicht selbstständig entwickelt haben. Damals wie heute verstellt der Einzeltätermythos den klaren Blick auf rechtsextreme Attentate und antisemitische Morde, so Chaussy weiter. Nach fast 40 Jahren wurden die Akten im Juli 202 endgültig geschlossen. Fall geklärt? Wir begeben uns dem investigativem Journalisten Chaussy auf Spurensuche in das Jahr 1980, in der der rechte Terror in der deutschen Nachkriegsgeschichte eskalierte – und betrachten die bis heute fortwirkenden Kontinuitäten.

Die Anzahl der Teilnehmer*innenzahl ist aufgrund der pandemiebedingten Auflagen begrenzt. Eine Anmeldung mit dem Formular unter anmeldung@rls-hamburg.de ist erforderlich. Die Teilnahme ist nur mit unserer Bestätigung möglich. Vor Ort muss für die Plausibilitätsprüfung ein Lichtbildausweis vorgezeigt werden. Im Veranstaltungsgebäude besteht die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung sowie der Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln. Einlass ab 18:30 Uhr.

Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

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Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg

Telefon: 040 28003705