1. März 2017 Diskussion/Vortrag Die Suffragetten – Zwischen permanentem Spektakel, zivilem Ungehorsam und militantem Kreuzzug

Information

Veranstaltungsort

Uni Freiburg, Kollegiengebäude I, HS 1016
Platz der Universität 3
79098 Freiburg

Zeit

01.03.2017, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Geschichte, Ungleichheit / Soziale Kämpfe

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Die Suffragetten – Zwischen permanentem Spektakel, zivilem Ungehorsam und militantem Kreuzzug
Nach der Jahrhundertwende avancierten die militanten Frauenwahlrechtlerinnen Großbritanniens - die Suffragetten - zu Galionsfiguren moderner politischer Inszenierungsformen. Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielte dabei ihre strategische Bildpolitik. Zahlreiche Fotografien, Symbole und Insignien belegen die vielfältigen Visualisierungsakte. Die Suffragetten übernahmen Teile des Aktionsrepertoires der Arbeiterbewegung und erprobten neue, spektakuläre Akte kollektiven zivilen Ungehorsams, wie Anketten vor parlamentarischen Gebäuden, Hungerstreiks und Störungsaktionen, um ihr Anliegen in der Öffentlichkeit medienwirksam zu platzieren. Da ihr Erscheinungsbild und ihre Politikform nicht den gängigen Vorstellungen der sittsamen Ehefrauen und Mütter entsprachen, wurden sie in der Öffentlichkeit oft sehr unvorteilhaft und ihre Politikformen als vermessen dargestellt. Ihre politischen Forderungen und ihr Auftreten wurden in vielfältigsten Formen satirisch und zynisch medial dargestellt. Das rigorose Vorgehen der Ordnungsmacht und die Ignoranz der politischen Mehrheit führten zu einer Radikalisierung der Bewegung ab 1911. «Öffentlichkeit um jeden Preis» schien sich zum politischen Programm zu entwickeln, dabei schreckten die Suffragetten auch nicht vor militanten Aktionen zurück. Der Vortrag wird einen Überblick über Ziele, Struktur und Aktionsformen der Suffragetten geben.

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