Kuba befindet sich derzeit in der möglicherweise größten und existenziellsten Krise seiner Geschichte. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der dadurch erst wirkenden und weltweit durchgesetzten Blockade der USA in den 1990er Jahren muss sich Kuba in die neuen Bedingungen der Weltwirtschaft eingliedern und das Erreichte bewahren, ohne seine sozialistische Perspektive aufzugeben. Seit 2019 haben die Verschärfung der Blockade durch Trump, das Steigen der Weltmarktpreise, die Auswirkungen des Klimawandels und vor allem die Folgen der Pandemie die Gesamtsituation verschlechtert.
Die zu bewältigenden Herausforderungen für die neue Regierung sind gigantisch. Der Mangel an alltäglichen Gebrauchsgütern, das Nicht-Funktionieren wichtiger Teilsysteme wie Stromversorgung, Transportwesen, Zugang zu medizinischem Material, das Brachliegen zahlreicher landwirtschaftlicher und industrieller Produktionsbereiche und u.v.m. haben zu sozialen und politischen Protesten und hunderttausendfacher Emigration geführt – was wiederum einen Mangel an qualifiziertem Personal zur Folge hat.
Sind die jüngst angestoßenen radikalen Veränderungen geeignet hier eine grundlegende Verbesserung zu erzielen? Wie effektiv sind die Strukturen von Partei, Massenorganisationen, Staat und Militär in ihrem Einwirken auf das Krisenmanagement? Wo bleibt bei all dem die sozialistische Zukunftsvision? Große Teile der Bevölkerung stehen zu ihrem Land; sie erwarten aber die Lösung der ökonomischen Probleme.
Brigitte Schiffler liefert einen aktuellen, aber auch geschichtsbezogenen Zustandsbericht. Ihre Einschätzungen sind geprägt durch zahlreiche – auch diesjährige – Besuche des Landes und ihre langjährige Arbeit in Cuba-Solidaritätsstrukturen.
Zur Referentin
Brigitte Schiffler ist Diplom-Psychologin, hat in Verlagen gearbeitet und war Betriebsratsvorsitzende für RedakteurInnen. Sie lebt in Hamburg, ist in der Partei DIE LINKE und arbeitet bei der Sozialistischen Studiengruppe SOST und dem Arbeitskreis Frieden von ver.di mit. Sie ist Mitglied bei der «Freundschaftsgesellschaft BRD – Kuba», bei «Cuba Sí» und hat lange Zeit im Vorstand des «Netzwerk Cuba» mitgearbeitet.
Veranstaltung von: Rosa-Luxemburg-Club Bielefeld und Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW
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