24. Februar 2021 Diskussion/Vortrag Weichen stellen für den grenzüberschreitenden Schienenverkehr

Das Europäische Jahr der Schiene in den europäischen Grenzregionen

Information

Veranstaltungsort

Online

Zeit

24.02.2021, 18:00 - 20:00 Uhr

Themenbereiche

Commons / Soziale Infrastruktur, Sozialökologischer Umbau, Europa / EU, Spurwechsel

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Bahnfahren ist umweltfreundlich, sicher und komfortabel. Einer der Pläne des Europäischen Green Deals ist es, den Güterverkehr von der Straße auf die Schiene und die Binnenschifffahrt zu verlagern, um die Treibhausgase zu reduzieren. Dazu hat die Europäische Kommission für 2021 das „Europäische Jahr der Schiene“ ausgerufen.

Hier steht die EU vor großen Herausforderungen. Die Schieneninfrastruktur in Europa wurde jahrzehntelang vernachlässigt, Strecken wurden stillgelegt und auch im grenzüberschreitenden europäischen Güterverkehr gibt es viel Nachholbedarf, „[er] wird derzeit durch physische, rechtliche und regulatorische Hindernisse wie inkompatible Infrastruktur oder schwerfällige Zollverfahren behindert“, so die europäische Kommission.

Die polnisch-tschechisch-deutsche Grenzregion Lausitz ist ein gutes Beispiel für die Herausforderungen und Hindernisse. Lkws verstopfen die Autobahnen, aber der Schienengüterverkehr in den Grenzregionen liegt brach, weil die Strecken auf deutscher Seite nicht elektrifiziert sind. Der aktuelle Zustand ist auch ein Versagen der Privatisierungsdoktrin, die beim Schienennetz die Renditemaximierung über die gesamtgesellschaftlichen Ansprüche gestellt hat. Der Verkehrssektor ist der einzige Bereich, in dem die Treibhausgasemissionen in den letzten Jahren zugenommen haben, daher ist die Verlagerung auf die Schiene ein wichtiger Aspekt für die notwendige sozial-ökologische Wende. Europäische Fördermittel können jedoch helfen, die grenzüberschreitende Bahninfrastruktur zu verbessern.

Der Bau neuer Schieneninfrastruktur sowie die Elektrifizierung und der Ausbau bestehender Strecken können lokale Arbeitsplätze schaffen - Arbeitsplätze, die in der aktuellen sozialen und wirtschaftlichen Krise dringend benötigt werden, und Arbeitsplätze, die für die Verwirklichung eines ehrgeizigen Green New Deal, den die europäische Linke anstrebt, notwendig sind.

Wir brauchen eine progressive Industriepolitik auf europäischer und nationaler Ebene, um die Bahninfrastruktur in der gesamten Europäischen Union auszubauen. Der Klimawandel zwingt uns zu einer effizienteren Nutzung von Ressourcen, anstatt unsere Entscheidungen allein auf Profit zu gründen, und unter diesem Gesichtspunkt ist der Schienenverkehr der Weg zurück in die Zukunft. Wird 2021, das Europäische Jahr der Schiene, den Anstoß geben, die Situation in Grenzregionen wie der Lausitz zu verbessern?

Wir haben Vertreter*innen der Europäischen Kommission eingeladen, der Gewerkschaft EVG, der Zivilgesellschaft aus Tschechien und Polen, und Abgeordnete aus Tschechien und Deutschland.

Während der Veranstaltung möchten wir mit Ihnen und Euch die folgenden Fragen diskutieren:

  • Wie sind Grenzregionen vom Güterverkehr auf der Straße betroffen und was wären die Vorteile des Güterverkehrs auf der Schiene?
  • Welche Hindernisse existieren und wie kann die Schieneninfrastruktur ausgebaut werden?
  • Welche Akteure können dazu beitragen?
  • Welche Art von politischen Initiativen brauchen wir?

Mehr zum Programm und Anmeldung auf der Website der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Brüssel.

Kontakt

Frau Manuela Kropp

Projektmanagerin, Rosa-Luxemburg-Stiftung Brüssel

Telefon: +32 2738 7661