3. März 2022 Diskussion/Vortrag Feministisch Streiken?!

Der 8. März und der Kampf um Aufwertung der Sozial- und Erziehungsdienste

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03.03.2022, 19:00 - 20:30 Uhr

Themenbereiche

Arbeit / Gewerkschaften, Geschlechterverhältnisse, Soziale Bewegungen / Organisierung, Feminismus

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Feministisch Streiken?!
picture alliance / SZ Photo | Florian Peljak

«Mehr braucht mehr!» - Unter diesem Motto geht die Gewerkschaft ver.di in diesem Frühjahr in die Auseinandersetzung für die Beschäftigten in den Sozial- und Erziehungsdiensten. Ihre Forderungen liegen auf dem Tisch - und mit ihnen die Hoffnung, zusammen mit feministischen Bewegungen für eine Aufwertung von Sorgarbeit zu streiten. Denn 83% der Beschäftigten in diesem Bereich sind weiblich. Sie stemmen unter oft schwierigen Bedingungen einen Löwenanteil der Arbeit in den Kitas und Horten, in der sozialen Arbeit und den Behinderteneinrichtungen. «Mehr braucht mehr» heißt für die Beschäftigten: mehr Verantwortung braucht mehr Personal, mehr Bildung braucht mehr Fachkräfte, mehr Verantwortung braucht mehr Gehalt!
 
Der Kampf um eine Aufwertung und Umverteilung von Sorgearbeit wird von feministischen Bewegungen schon lange geführt. Er ist nicht zu trennen vom Kampf für ausreichende und gute Kitas, soziale und Behinderteneinrichtungen und damit auch für mehr Freiheit vor allem für jene, denen Care-Arbeit wegen ihres Geschlechts ‚zugeschoben’ wird. Die Tarifauseinandersetzung, in der ver.di das Bündnis sucht, verspricht ein spannendes Möglichkeitsfenster zur Verschränkung gewerkschaftlicher und feministischer Kämpfe in einem Bereich feminisierter Arbeit.

Es besteht die Chance, nicht nur Arbeitgeber*innen, sondern auch patriarchale Strukturen herauszufordern, die für eine Geringschätzung sorgender Tätigkeiten verantwortlich sind – und zwar sowohl im beruflichen als auch im privat-unbezahlten Bereich. Gemeinsam wollen wir für eine Gesellschaft streiten, in der menschliche Bedürfnisse und Beziehungen im Zentrum stehen - und nicht Profitmaximierung und Diktatur der schwarzen Null.
 
Am 8. März, dem internationalen Frauentag, wird es an vielen Orten Aktionen von feministischen Frauen*Streiktag-Bündnissen geben. Und auch die Gewerkschaften haben beschlossen, den ersten großen Aktionstag der Tarifrunde auf dieses Datum zu legen.
Wie kann eine produktive Verbindung von Arbeitskampf und feministischer Bewegungen am 8. März und darüber hinaus gelingen? Eröffnet die Tarifrunde die Möglichkeit eines feminist turn der Gewerkschaften und eines union turn feministischer Bewegungen? Wie kann eine Unterstützung des Arbeitskampfes konkret aussehen – und wie können auch feministische Bewegungen davon profitieren?
Diese Fragen wollen wir mit Christine Behle, stellv. ver.di-Vorsitzende, als Stimme aus der Gewerkschafts- und Carolin Wiedemann als Stimme aus der queer-feministischen Bewegung am Do., 3. März, ab 19 Uhr diskutieren

Mit:

  • Christine Behle ist stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft ver.di.
  • Carolin Wiedemann ist Journalistin und Soziologin. Sie schreibt u. a. für FAS, analyse&kritik, Spiegel und Missy Magazine über Fragen von Kritik und Emanzipation und ist Autorin des Buches «Zart und Frei. Vom Sturz des Patriachats».

Moderation: Julia Dück (Referentin soziale Infrastruktur und verbindende Klassenpolitik, Rosa-Luxemburg-Stiftung)

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Kontakt

Dr. Florian Wilde

Referent Gewerkschaftliche Erneuerung, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Telefon: +49 30 44310484