3. April 2019 Diskussion/Vortrag Menschen- und Gewerkschaftsrechte in globalen Produktionsnetzwerken

Information

Veranstaltungsort

Bürgerhaus Bilk - Salzmannbau
Himmelgeisterstr. 107
40225 Düsseldorf

Zeit

03.04.2019, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Arbeit / Gewerkschaften, Kapitalismusanalyse, Globalisierung

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Multinationale Unternehmen und ihre weltumspannenden Produktionsnetzwerke prägen die Weltwirtschaft. Das Wachstum ihrer globalen Liefer- und Wertschöpfungsketten ging mit der Verlagerung von Produktion und Arbeitsplätzen an ‚kostengünstigere‘ Standorte in Entwicklungs- und Schwellenländer einher. Dort hat es zur Ausweitung der Beschäftigung beigetragen, insbesondere zur Beschäftigung von Frauen in arbeitsintensiven Industriezweigen wie der Bekleidungs- und Nahrungsmittelindustrie. Die Verlagerung führte zwar zu Produktivitätssteigerungen, doch den Beschäftigten kommen sie in der Regel kaum zugute: Produktivitätsgewinne werden, wie es in einem ILO-Bericht heißt, „nicht mit den Arbeitnehmern geteilt“.

Globale Produktionsnetzwerke verdeutlichen so das Zusammenwirken von Arbeit und Armut: ArbeiterInnen mit niedrigen Löhnen sind zu einem wesentlichen Teil transnationaler Lieferbeziehungen geworden. In vielen Ländern wird ArbeitnehmerInnen das Recht auf gewerkschaftliche Organisation und auf Tarifverhandlungen verweigert. Lange Arbeitszeiten, aber auch Diskriminierung sowie fehlender Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit sind weitere Merkmale der Arbeit in globalen Lieferketten.

Bedeutet dies, dass die vorhandenen Instrumente zur Sicherung und Stärkung von Menschen- und Gewerkschaftsrechten in globalen Liefer- und Wertschöpfungsketten, darunter die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen, globale Rahmenabkommen zwischen internationalen Gewerkschaftsorganisationen und Unternehmen sowie die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, ihre Ziele verfehlt haben? Und wenn ja, warum? Welche Hürden stehen der Durchsetzung von Menschen- und Gewerkschaftsrechten in der globalen Wirtschaft entgegen? Welche Schlussfolgerungen ergeben sich daraus? Diese Fragen sollen im Verlaufe der Veranstaltung diskutiert werden.

Dazu wird der Moderator Roland Schneider zunächst einen kurzen Überblick über bereits bestehende Instrumente zur Förderung von Menschen- und Gewerkschaftsrechten in globalen Liefer- und Wertschöpfungsketten geben. Daran schließt sich ein Beitrag von Karolin Seitz (Global Policy Forum, Bonn) zum Stand der Arbeit an einem verbindlichen UN-Abkommen zu Wirtschafts- und Menschenrechten an sowie ein Überblick über den Zusammenhang zwischen Freihandel, Handelsabkommen und menschenwürdiger Arbeit. Vor Eintritt in die allgemeine Diskussion erfolgt eine kurze Darstellung gewerkschaftlicher Aktivitäten zur Förderung menschenwürdiger Arbeit in globalen Produktionsnetzwerken durch Susanne Ludwig vom Nord-Süd-Netz des DGB-Bildungswerkes.


In Kooperation mit dem Rosa-Luxemburg-Club Düsseldorf

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Rosa-Luxemburg-Stiftung Nordrhein-Westfalen

Telefon: 0203 3177392