5. Oktober 2018 Tagung/Konferenz Bewegung. Macht. Stadt.

urbanize! Internationales Festival für urbane Erkundungen

Information

Veranstaltungsort

Berlin
Verschiedene Orte
10000 Berlin

Zeit

05.10.2018, 18:00 - 15.10.2018, 20:00 Uhr

Themenbereiche

Soziale Bewegungen / Organisierung, Commons / Soziale Infrastruktur, Partizipation / Bürgerrechte, Stadt / Kommune / Region, Kunst / Performance, Wohnen

Zugeordnete Dateien

Bewegung. Macht. Stadt.

urbanize! Internationales Festival für urbane Erkundungen in Berlin ist eine zehntägige Vernetzungs-, Theorie- und Praxisplattform für Menschen, die sich für das «Recht auf Stadt» interessieren und engagieren. Wie lässt sich Stadt zusammen emanzipativ-demokratisch gestalten? An die dreißig stadtentwicklungspolitische Berliner Akteur*innen und dérive - Zeitschrift für Stadtforschung (Wien) laden zu Vorträgen, Podien, Workshops, Führungen und Exkursionen ein. Gemeinsam mit Berliner*innen und auswärtigen Gästen wollen sie bestehende Wege erkunden und neue ebnen: Für eine plurale und kollaborative, solidarische und gemeinwohlorientierte Stadt(re)produktion.

In Berlin – wie auch in vielen anderen Städten – lässt sich seit einigen Jahren verfolgen, wie eine neue Stadtbürger*innenschaft gewinnmaximierende Privatisierungen verhindert, Top-down Bebauungspläne kippt, Stadtentwicklungskonzepte selbst erstellt oder Bürger- und Volksentscheide gewinnt – die Normalität des politischen und Verwaltungshandelns wird in kreative Unruhe versetzt. Beispiele dafür sind die beharrliche Kritik an dem Liegenschaftspolitik genannten Ausverkauf der Stadt, der Sozialmieter*innen-Protest von Kotti & Co, die durch «Stadt von Unten» und andere Aktive verhinderte Privatisierung des ehemaligen Dragoner Areals, die Refugee-Besetzungen des Oranienplatzes und der Gerhard-Hauptmann Schule, der «Bizim Kiez»-Widerstand gegen die Gentrifizierung und Touristifizierung des Wrangelkiezes, das Beharren auf die eigensinnige Grünanlage des Prinzessinnengartens oder die renitenten Rentner*innen der «Stillen Straße». Sie alle machen deutlich, wie aus oftmals nachbarschaftsbezogenen Bewegungen heraus Stadt zusammen emanzipativ-demokratisch gestaltet werden kann.

urbanize! in Berlin thematisiert dieses städtische Handeln der Vielen. Es präsentiert und diskutiert Ansätze eines neuen Munizipalismus und verhandelt die Stadt als Gemeingut und Ausgangspunkt einer umfassenden demokratischen Erneuerung. Es geht um das Ausloten der gemeinsamen Handlungsmöglichkeiten zwischen der Vielzahl stadtpolitischer Initiativen und Projekte, Politik und Verwaltung, kritischer Wissenschaft und gemeinwohlorientierter Immobilienwirtschaft. Debattiert wird die Schaffung nachhaltiger Strukturen und Kulturen für eine breit aufgestellte Stadtentwicklung von unten, die sich aus den Bedürfnissen und Fähigkeiten der vielfältigen Stadtgesellschaft speist.

Die Protagonist*innen des Festivals fordern tatsächliche Teilhabe für die sozial gerechte, ökologisch und ökonomisch zukunftsfähige Entwicklung der Stadt. Dabei erkundet urbanize! in Berlin Strategien, Methoden und Werkzeuge für „Planende Nachbarschaften“ beim Erhalt und der Entwicklung bestehender Quartiere ebenso wie im Wohnungsneubau. Internationale Expert*innen, beispielgebende Initiativen und Projekte sowie lokal planende und bauende Akteur*innen laden zu Austausch und Begegnungen ein. Die Krise der Stadt lässt sich nicht lösen ohne die Eigentumsfrage zu stellen. Die Frage „Wem gehört die Stadt?“ ist auch die Frage nach dem Gemeingut Stadt als Basis einer pluralen und kollaborativen, solidarischen und gemeinwohlorientierten Stadt(re)produktion. Das Festival präsentiert und diskutiert konkrete Formen antispekulativen und kollektiven Eigentums anhand von kommunalen Bodenfonds und Community Land Trusts.

urbanize! in Berlin durchquert die Stadt von Spandau nach Hellersdorf. Als selbstorganisiertes und dezentrales Festival laden wir in eine Vielzahl von Räumen ein: Kantine im Rathaus Kreuzberg, Plangarage auf dem ehemaligen Dragonerareal, Versammlungsraum im Mehringhof, Salon in der Amerika-Gedenkbibliothek, Aquarium am Kotti, Vierte Welt im Zentrum Kreuzberg, Laube im und „Ableger" des Prinzessinnengartens, Bona Peiser sozio-kulturelle Projekträume, Eiertanz, Optionsraum 3 in der Spreefeld eG, Hausprojekt Kinzigstr. 9, die Werkstatt am ehemaligen Haus der Statistik, ExRotaprint „Glaskiste“, ZK/U – Zentrum für Kunst und Urbanistik, Helle Panke, Station urbaner Kulturen (nGbK in Berlin-Hellersdorf) und ein Parkdeck im Staken Center in Spandau.

Das städtische Handeln der Vielen verwebt sich zu einer neuen Stadtbürger*innenschaft. Längst geht es dabei nicht mehr nur um das Interesse und Engagement einzelner Initiativen und Projekte, sondern um das uns alle betreffende «Recht auf Stadt»: die Stadt wird von Jeder und Jedem von uns gemacht, Tag für Tag.
 

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung unterstützt das Festival.

Mehr Informationen und das vollständige Programm

Standort

Kontakt

Stefan Thimmel

Referent für Wohnungs- und Stadtpolitik / Hermann-Henselmann-Stiftung, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Telefon: (030) 44310-434