20. November 2019 Film Der Dieb des Lichts / Svet-Ake

Umbrüche / Aufbrüche - Neues Kino aus Zentralasien

Information

Veranstaltungsort

Kino Krokodil
Greifenhagener Str. 32
10437 Berlin

Zeit

20.11.2019, 19:00 - 21:30 Uhr

Themenbereiche

Kunst / Performance, Zentralasien

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Der Dieb des Lichts / Svet-Ake
Filmstil aus «Der Dieb des Lichts / Svet-Ake»

Der Dieb des Lichts / Svet-Ake
Kirgistan 2010, 80 Min., OmdU

Ein kleines Dorf in den Weiten Kirgistans liebt einen Mann – nicht irgendeinen Mann, sondern den örtlichen Elektriker Svet-Ake, den man überall nur den «Herrn Licht» nennt. Der vierfache Vater hat ein offenes Ohr – für den Herzschmerz der Dorfbewohner, ihren Ehefrust und ihre Lebenslust, doch vor allem für ihre Stromrechnung. Und das ist gut so, denn die Stromkosten in dem kleinen Dorf klettern in astronomische Höhen. Kaum kann sich noch jemand das Licht im Dunkel leisten, geschweige denn sich sonst irgendwie über Wasser halten. Und so lässt Svet-Ake die Stromzähler der Nachbarn auch schon mal rückwärts laufen – bis er mit dem Gesetz in Konflikt gerät und schließlich seinen Elektriker-Posten verliert.

Regie: Aktan Arym Kubat (*1957) wurde in Kuntuu in Kirgisistan geboren und schloss sein Studium an der Kunstakademie in Bischkek 1980 ab. International bekannt wurde er mit seinem zweiten Spielfilm «Beshkempir», für den er einen Preis beim Filmfestival von Locarno erhielt. «Der Dieb des Lichts» ist sein fünfter Langfilm.

Gast: Dr. Aksana Ismailbekova (Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, Halle)

Umbrüche / Aufbrüche - Neues Kino aus Zentralasien

Es war eine unfreiwillige Unabhängigkeit, in die die ehemaligen Sowjetrepubliken Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan mit dem Ende der UdSSR hineinschlidderten. Anders als in Osteuropa gab es in den zentralasiatischen Republiken keine Unabhängigkeitsbewegungen, die eine Emanzipation von Moskau gefordert hätten. Und so ist der Weg der zentralasiatischen Staaten – bei aller individueller Unterschiedlichkeit – heute noch immer ein unentschiedener, schwankend zwischen der Fokussierung auf die alten Verbindungen nach Russland und dem Erkunden neuer politischer Pfade, allein oder mit neuen Partnern. Und auch die Gesellschaften befinden sich in einer Phase der Auseinandersetzung über die Bewahrung, Modernisierung oder Zerschlagung von Werten und Normen, die die Region lange Zeit geprägt haben.

Diese Gesellschaften im Umbruch, an der Schwelle zu Aufbrüchen mit unklaren Zielen, zeigen auch die Filme, die die Rosa-Luxemburg-Stiftung in der Reihe Umbrüche / Aufbrüche – Neues Kino aus Zentralasien präsentiert. Egal ob in den Bergen zwischen Tadschikistan und Usbekistan, in der Metropole Almaty oder in den Weiten der kirgisischen Steppe: Überall gibt es Veränderungen– nur unterscheidet sich der Umgang der Protagonist*innen mit diesen.

Im Anschluss an jede Filmvorführung findet ein Gespräch mit Filmemacher*innen, Aktivist*innen oder Wissenschaftler*innen über den Film und die Situation vor Ort statt.
Der Eintritt ist frei.

Zu den anderen Filmen der Reihe

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