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22. Mai 2026: Exkursion : Hegel gegen den Antisemitismus

Stadtspaziergang rund um die HU Berlin

Wichtige Fakten

Veranstaltungsort

Humboldt Universität zu Berlin
Unten den Linden 6
10117 Berlin

Zeit
22.05.2026, 15:00 - 17:00 Uhr
Themenbereiche
Deutsche / Europäische Geschichte, Erinnerungspolitik / Antifaschismus
Zugeordnete Dateien

Beschreibung

Der moderne Antisemitismus nimmt seinen Aufstieg nach der Französischen Revolution von 1789. Die Antisemiten der ersten Stunde waren dabei oft Freiheitsbewegte wie Fichte (Rektor der Berliner Universität 1811-12) und andere Berliner Intellektuelle, oder die Burschenschaften. 1819 kam es schließlich zu den Hep-Hep-Krawallen, dem ersten deutschlandweiten Pogrom – auch hier in Berlin.

Gegen den antisemitischen Mob stellten sich nicht zuletzt Hegel und seine Schüler. Hegel lehrte von 1818 bis 1831 als weithin berühmter Philosoph an der Berliner Universität. Nicht nur in seiner Philosophie, sondern auch in seinen politischen Interventionen positionierte er sich klar gegen eine antisemitische, nationalistische Moderne. Berühmt ist der Satz aus seiner Rechtsphilosophie: „Der Mensch gilt so, weil er Mensch ist, nicht weil er Jude, Katholik, Protestant, Deutscher, Italiener usf. ist." Auf Burschenschaftsversammlungen sprach er sich deutlich gegen die dortigen reaktionären Tendenzen aus.

Zu seinen Schülern in Berlin gehörten Heinrich Heine, Eduard Gans und Friedrich Wilhelm Carové. Gans war Präsident der ersten jüdischen Selbstschutz- und Reform-Vereinigung, Carové trat für die Aufnahme von jüdischen Studenten in die Burschenschaften ein. Mit Eduard Gans und Karl August Varnhagen – Ehemann der Salonnière Rahel Varnhagen – gab Hegel die „Jahrbücher für wissenschaftliche Kritik" heraus. Mit der Familie Mendelssohn war er eng befreundet.

Die Tour führt zu Orten Hegels rund um die HU Berlin, zu Orten von Hegels jüdischen Schülern und Freunden, und schließlich zu Orten, die an die Anfänge des modernen Antisemitismus und des Kampfes gegen diesen erinnern.
 
Treffpunkt: 15 Uhr am Zaun vor dem Hauptgebäude der Humboldt-Universität zu Berlin.

Guide: Emanuel Kapfinger

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Emanuel Kapfinger ist Philosoph und politischer Autor. Er promoviert über Hegel und publiziert zur Faschismustheorie der Kritischen Theorie; kürzlich schrieb er den einführenden philosophisch-politischen Essay „Hegel und die Revolution“: praefaktisch.de/hegel/hegel-und-die-revolution. Mehr Informationen: www.emanuel-kapfinger.net.

 

Standort

Kontakt

Michaela Klingberg

Kulturforum, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Telefon: +49 30 44310 160

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