25. April 2017 Diskussion/Vortrag Migration und Intellektualität - Die Figur des political Scholar

Information

Veranstaltungsort

Subbotnik
Vettersstraße 34
09126 Chemnitz

Zeit

25.04.2017, 19:00 - 22:00 Uhr

Themenbereiche

International / Transnational

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Das 20. Jahrhundert ist wie kaum Eines zuvor geprägt von Migration. Insbesondere dessen gewalttätige Geschichte führte zu einer enormen Zunahme von Wanderungsbewegungen. Gleichwohl brachte es wachsende, globale Verflechtungen hervor und mit ihr eine Politisierung und Internationalisierung von Wissen und Wissenschaft. So trägt dieses Jahrhundert noch ein weiteres Signum - das „Jahrhundert der Intellektuellen.“

Wie lassen sich aber die Erfahrungen von Migration und Fremde, die über das direkte Erleben hinaus generationenübergreifend wirken, mit Intellektualität zusammen denken? Die weniger bekannte Figur des political Scholar vermag Antworten auf diese Frage anzubieten.


Der political Scholar als Typus entstand im historischen Kontext der Emigration 1933-1945, welche als „Mikrokosmos“ der angeführten Tendenzen von gesteigerter Migration und Internationalisierung von Wissen angesehen werden kann. Er besticht vor allem durch die Verbindung von abstrakt-theoretischer und politisch-praktischer Tätigkeit. Die Figur des political Scholar ist auf das engste mit dem Leben und Wirken Franz L. Neumanns verbunden, „ein exponierter Emigrant, …, der in einer existenziellen Zusammenschau von persönlicher Lebensgeschichte und kritischer Wissenschaftsgeschichte die Emigrationserfahrung zum entscheidenden Medium erklärte, in dem sich ein regelrechter neuer Gelehrtentypus herausbildetet.“ (Söllner, Alfons: Fluchtpunkte. Studien zur politischen Ideengeschichte des 20. Jahrhunderts, Baden-Baden 2006, S. 24.)


Die Signatur des Scholars in der Gegenwart aufzuspüren und als mögliche Figuration zur Beschreibung migrierter SozialwissenschaftlerInnen zu verstehen, ist das Hauptanliegen der vorzustellenden Arbeit. Zu diesem Zweck erfolgt eine Schau der Grenzen, aber auch Chancen und Möglichkeiten von Exil- und Migrationsforschung in Deutschland, als auch den Anteil von migrierten SozialwissenschaftlerInnen an der Konstituierung der letztgenannten.


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