12. Januar 2021 Diskussion/Vortrag Gefährliche Doppelstandards

In der EU verboten, für den Export erlaubt: Pestizide aus Deutschland in der Welt

Information

Veranstaltungsort

Online

Zeit

12.01.2021, 18:00 - 19:30 Uhr

Themenbereiche

Globalisierung, Europa / EU, Brasilien / Cono Sur, Südliches Afrika, Ostafrika, Sozialökologischer Umbau, Online/Livestream

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Gefährliche Doppelstandards

Deutschland ist mit einem jährlichen Exportvolumen von rund 4,3 Milliarden US-Dollar der zweitwichtigste Pestizidexporteur weltweit. 2018 wurden aus der EU über 80.000 Tonnen Pestizide in Drittländer exportiert, die aufgrund ihrer Schädlichkeit für Mensch und Umwelt in der EU verboten sind. Deutsche Pestizidhersteller wie Bayer und BASF verdienen Milliarden mit diesem Exportgeschäft, das Menschen in den Importländern gefährdet und die Umwelt schädigt. In Frankreich wird 2022 ein Gesetz erlassen, das die Herstellung, Lagerung und den Export von in der EU verbotenen Pestiziden in andere Länder verbietet. Auch in Deutschland wäre eine vergleichbare gesetzliche Regelung möglich. Ist das realistisch und ist damit bald zu rechnen?

Die bestehenden Doppelstandards im Pestizidhandel, Möglichkeiten, sie auszuräumen und Hürden, die dem im Weg stehen, bilden das Zentrum einer anderthalbstündigen Debatte zwischen Vertreter*innen der Zivilgesellschaft und der Politik. Wohin werden Pestizide deutscher Hersteller exportiert? Welche Folgen haben sie in Kenia, Südafrika, Indien und den Mercosur-Ländern Argentinien, Uruguay, Paraguay und Brasilien? Was haben internationale Handelsabkommen mit der Förderung dieser Exporte zu tun? Diese und andere Fragen sollen im Rahmen der Veranstaltung beantwortet werden.

Fallbeispiele werden vorgestellt von:

  • Silke Bollmohr, ökotoxikologische Beraterin
  • Jan Urhahn, Rosa-Luxemburg-Stiftung
  • Christian Schliemann, European Center for Constitutional and Human Rights

Podiumsdiskussion mit:

  • Peter Clausing, Pestizid Aktions-Netzwerk
  • Bettina Müller, PowerShift
  • Vertreter*in angefragt, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
  • Vertreter*in angefragt, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
  • Moderation: Christine Chemnitz, Heinrich-Böll-Stiftung
Bitte melden Sie sich für die Online-Veranstaltung auf der Seite der Heinrich-Böll-Stiftung an.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation von Rosa-Luxemburg-Stiftung, Heinrich-Böll-Stiftung, INKOTA, Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN Germany) und PowerShift.

Kontakt

Jan Urhahn

Programmleiter Ernährungssouveränität, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Telefon: +27 10 4460538