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24. April 2026: abgesagt: Diskussion/Vortrag : Zum 83. Jahrestag des Ghettoaufstands in Warschau

Ein Gespräch mit Krystyna Budnicka, Überlebende des Warschauer Ghettos

Wichtige Fakten

Veranstaltungsort

FMP1
Salon (1. OG)
Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin

Informationen zur Zugänglichkeit und Barrierefreiheit

Zeit
24.04.2026, 19:00 - 21:00 Uhr
Themenbereiche
Erinnerungspolitik / Antifaschismus, Osteuropa
Zugeordnete Dateien

Beschreibung

Zum 83. Jahrestag des Ghettoaufstands in Warschau
Krystyna Budnicka, Warschau, 2019 CC BY-SA 3.0, Adrian Grycuk, via Wikimedia Commons

Krystyna Budnicka wurde am 8. Mai 1932 in Warschau als Hena Kuczer geboren. Seit November 1940 musste die Familie Kuczer im geschlossenen Ghetto leben.

Nachdem die beiden ältesten Brüder im Sommer 1942 in das Mordlager Treblinka verschleppt worden waren, begann der Vater unter dem Keller des Hauses ein Versteck, Bunker genannt, einzurichten. Die Familie hoffte, eines Tages durch die Kanalisation fliehen zu können.

Am 19. April 1943 umstellten deutsche SS- und Polizeieinheiten das Warschauer Ghetto, um die dort noch lebenden Jüdinnen und Juden nach Treblinka zu verschleppen. Auf diesen Tag hatten sich die jüdischen Widerstandsorganisationen vorbereitet. Sie wollten sich nicht kampflos den deutschen Besatzern ausliefern. So begann am 19. April 1943 der Aufstand im Warschauer Ghetto.

In diesen April- und Maitagen saß die 10jährige Hena mit ihrer Familie in dem vorbereiteten Versteck und wurde Zeugin des Aufstands: „Oben hat alles gebrannt, deshalb war die Erde im Bunker so heiß geworden, dass wir stets in die Abwasserkanäle fliehen mussten, um uns abzukühlen. Tagelang liefen wir hin und her, durch den kleinen Tunnel in dem dreckigen Kanal, in dem irgendwann die Leichen angeschwommen kamen.“

Die Söhne der Familie verließen oft den Bunker, unterstützten den Aufstand und besorgten etwas zu essen. Eines Tages wurden zwei von ihnen beim Austritt aus der Kanalisation erschossen. Über die Aufständischen sagt Frau Budnicka: „Sie kämpften weniger um ihr Leben als vielmehr um unser aller Würde. Die Deutschen wollten uns, den Juden, das Menschsein absprechen. Dieser Widerstand zeigte, dass es ihnen nicht gelang.“

Neun Monate lang blieb Hena mit ihrer Familie im Bunker. Im September 1943 floh sie mit ihrem jüngsten Bruder aus dem Ghetto. Da die Eltern zu erschöpft waren, blieben sie und Henas Schwester im Bunker zurück. Sie kamen dort ums Leben.

Verschiedene polnische Familien versteckten bis Ende des Krieges die kleine Hena Kuczer. Von einer dieser Familien bekam sie den Namen Krystyna Budnicka. So heißt sie bis heute. Sie hat als einzige ihrer zehnköpfigen Familie überlebt.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Bildungswerk Stanislaw Hantz e.V. und dem Willi-Münzenberg-Forum.

Das Gespräch mit Krystyna Budnicka wird in polnischer Sprache geführt und auf Deutsch übersetzt.

Standort

Informationen zur Zugänglichkeit und Barrierefreiheit

Zugänglichkeit
  • Rollstuhlgerechter Zugang
  • Fahrstuhl rollstuhlzugänglich
  • Assistenzhunde erlaubt
  • Öffentlicher Nahverkehr
  • Barrierefreie Parkplätze

Kontakt

Mia Rösch

Mitarbeiterin Projektmanagement, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Telefon: +49 30 44310 145

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