10. Dezember 2018 Diskussion/Vortrag Bauhaus. Reform der Lebenswelt und gesamtgesellschaftliche Rationalisierung

Vortrag von Prof. Dr. Max Welch Guerra, Reihe Bauhaus Lectures

Information

Veranstaltungsort

Rosa-Luxemburg-Stiftung
Salon
Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin

Zeit

10.12.2018, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Stadt / Kommune / Region, Kunst / Performance

Zugeordnete Dateien

Kaum ein Jubiläum wirft bereits im Vorfeld so lange Schatten voraus, wie Bauhaus 100. Der Deutsche Bundestag konstatierte 2015 exportweltmeisterlich: «Das Bauhaus gehört der Welt, aber es kommt aus Deutschland und ist einer der erfolgreichsten Exportartikel unserer Kulturgeschichte.» (Linke und Bündnisgrüne enthielten sich). Mit dem Bundestagsbeschluss im Rücken wurde der Bauhaus Verbund 2019 geschaffen, in Weimar, Dessau und Berlin werden drei neue Bauhaus-Museen errichtet.

«bauhaus imaginista» verlässt den nationalen Rahmen und versteht Moderne als kosmopolitisches Projekt, das durch transkulturellen Austausch entstanden ist und bis heute weiterwirkt. Mit den Bauhaus Lectures möchten das Bauhaus-Institut in Weimar und die Hermann-Henselmann-Stiftung Forschungsergebnisse zur Real- und Rezeptionsgeschichte des Bauhaus vorstellen. Die Moderne braucht neue Wege aus dem Dilemma von Reform und Revolution. Die Bauhaus-Geschichte ist hierfür reich an Anregungen.

Die Reihe wird fortgesetzt mit einem Vortrag von Prof. Dr. Max Welch Guerra: «Bauhaus. Reform der Lebenswelt und gesamtgesellschaftliche Rationalisierung»: Vor lauter Begeisterung über den Jubilar entsteht zuweilen der Eindruck, das historische ­Bauhaus sei das einzigartige Werk genialer Architekten gewesen. Der Vortrag verweist an einen gesellschafspolitischen Erklärungszusammenhang für die Gründung der Gestaltungsschule 1919 sowie für ihre Nachwirkungen: den kräftigen Rationalisierungsschub der gesamtgesellschaftlichen Reproduktion, der in Deutschland einen seiner Hauptschauplätzte erlebte. Ein solcher Ansatz regt an, die Perspektiven heutiger Gestaltung der Lebenswelt ebenfalls in einem gesellschaftspolitischen Kontext zu diskutieren.

Bis zum Juni 2019 finden weitere Vorträge in Weimar und Berlin statt, weitere Informationen dazu im Programmfolder (siehe oben). Die Reihe wird veranstaltet von der Bauhaus-Universität Weimar, Institut für Geschichte und Theorie der Architektur und Planung, sowie der Hermann-Henselmann-Stiftung mit Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Standort

Kontakt

Stefan Thimmel

Referent für Wohnungs- und Stadtpolitik / Hermann-Henselmann-Stiftung, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Telefon: (030) 44310-434