22. Mai 2018 Diskussion/Vortrag 40 Jahre Unabomber - Vortrag und Film

Anarchistische Kritik am technologischen Zugriff auf den Menschen oder Fehlschlüsse eines Einsiedlers?. Reihe: Junge Panke

Information

Veranstaltungsort

Zeit

22.05.2018, 20:00 - 23:00 Uhr

Mit

Lutz Dammbeck, Moderation: Carolin Wiedemann

Themenbereiche

Kultur / Medien

Kosten

2,00 €

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Vor vierzig Jahren, am 25. Mai 1978, explodierte in der Northwestern University in Illinois die erste Bombe, die dem Unabomber zugeschrieben wurde. Das Wort Unabomber (university and airline bomber) war eine Polizeibezeichnung für den Täter einer Anschlagsserie in den USA, die 17 Jahre andauerte und zum größten politischen Kriminalfall der Geschichte der USA vor 9/11 wurde. Die Bomben galten Universitätsprofessoren sowie Computergeschäften, und die Bekennerschreiben zu diesen Bomben waren mit dem Kürzel FC für "Freedom Club" unterschrieben.
Im Jahr 1995 verlangte "Freedom Club", dass sein Manifest, welches als "Unabomber-Manifest" in die Geschichte einging, in der New York Times und der Washington Post veröffentlicht wird. Es trug den Namen "Die industrielle Gesellschaft und ihre Zukunft" ("Industrial Society and Its Future"). Darin wird eine Technik-Dystopie entworfen, die den Menschen immer unmündiger und unfreier machen würde. Eine Kritik, die in ihren Zügen heute, in Zeiten von permanentem Verfügbarsein durch digitale Medien und Apps sowie Totalüberwachung und Manipulation über Social-Media-Plattformen, eine größere Aktualität besitzen könnte.
Über den Unabomber und eine in dieser Form einmalig gelebte Kritik an der "vernetzten Welt" möchten wir mit Euch bei einem Junge-Panke-Abend am 22. Mai im Mensch Meier diskutieren. Es geht um Kritik an der Vorstellung einer gelebten Autarkie, wie sie Theodore Kaczynski als Einsiedler vornahm, sowie die Diskussion des Glaubens an Handlungsfähigkeit in der gelebten Autonomie, wie sie bis heute beispielsweise in französischen anarchistischen Gruppen wie Tiqqun utopisch gedacht wird.

Wir zeigen nach einem Gespräch mit Lutz Dammbeck, der das Manifest des Unabombers ins Deutsche übersetzt hat, seinen Film zum Unabomber und zur Entstehung des Internets: "Das Netz".
Aus der Filmbeschreibung:
"In der Mitte des vergangenen Jahrhunderts wurden mit Kybernetik, Multimediakunst und militärischer Forschung die Fundamente der Moderne neu gesetzt, die Basis gelegt für die heutigen, weltweit vernetzten Maschinensysteme. Das Netz zeigt Konstrukteure, Maschinisten und Agenten dieser Systeme. Einer steigt aus und versucht, die Maschinen zu stoppen. Aber um welchen Preis! Interviewt wird die wisschenschaftliche Avantgarde vom Biophysiker Heinz von Foerster über den Erfinder des PC, Stewart Brand, bis zum Entwickler des Proto-Internets, des sogenannten Arpa Nets, Robert W. Taylor."

Moderation: Carolin Wiedemann

Einlass: 19:30 Uhr , Beginn 20:00 Uhr