5. Juni 2018 Diskussion/Vortrag "Stets erlebe ich das Falsche"

Der alternative Künstlerreport von und mit Harald Kretzschmar. Reihe: Politik und Kultur

Information

Veranstaltungsort

Helle Panke e.V. – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin
Kopenhagener Str. 9
10437 Berlin

Zeit

05.06.2018, 19:00 - 21:00 Uhr

Mit

Harald Kretzschmar, Moderation: Birgit Pomorin

Themenbereiche

Kunst / Performance

Kosten

2,00 €

Zugeordnete Dateien

Harald Kretzschmar, ein zeitlebens kritischer Zeichner, schildert seine Begegnungen mit namhaften, ihm nahen Künstlern, mit wichtigen Zeugen der Zeitgeschichte. Er nimmt Abstand zum Erlebten, indem er noch einmal mitten hinein taucht.
Früh von Josef Hegenbarth, Albert Schaefer-Ast, Otto Griebel und Elisabeth Voigt beeinflusst, wuchs er an der Seite von Leo Haas und Carl Sturtzkopf, Henry Büttner und Heinz Behling, Karl Schrader und Manfred Bofinger in das publizistische Milieu der Zeitschrift Eulenspiegel hinein und prägte es mit. Als satirischer Zeitzeichner und ironischer Gesichterdarsteller orientierte er sich an Leitfiguren wie Olaf Gulbransson, George Grosz, Erich Ohser, Karl Holtz, Herbert Sandberg und Werner Klemke. Als karikaturistischer Außenseiter war Kretzschmar im Kunstleben seines Landes Mitstreiter von Bernhard Heisig und Wolfgang Mattheuer, Werner Tübke und Willi Sitte. Auf internationalem Terrain war er Boris Jefimow und Eryk Lipinski, Adolf Born und Herluf Bidstrup verbunden. Ost-West-Annäherungen gab es zu Loriot und Chlodwig Poth, Robert Gernhardt und F. W. Bernstein.

Referent: Harald Kretzschmar
Moderation: Birgit Pomorin

Ankündigung der Veranstaltung in der Tageszeitung "neues deutschland".

Nachbericht im Blog der Pirckheimer-Gesellschaft:
"Bunte Bilder für ein Buch in Schwarz Weiss
Harald Kretzschmar stellte heute seinen im Quintus-Verlag erschienenen Titel „Stets erlebe ich das Falsche“ vor (siehe untenstehenden Hinweis), ohne jedoch eine Zeile daraus zu lesen und indem er nur zwei Blicke in das Buch gönnte. Darin eintauchen könne man ja auch zu Hause.
„Das Falsche oder das Richtige, wahr oder unwahr, schwarz oder weiß - alles nur Wortpaare, mit denen die Wirklichkeit nur verkürzt beschrieben wird. Vermutlich stimmt wenigstens einigermaßen nur das Wortpaar 'links oder rechts', denn die Gesellschaft lässt sich nicht in Gegensätzen beschreiben.“
Harald Kretzschmar, der vorige Woche seinen 87. Geburtstag feierte, schilderte mit einer Bildpräsentation, was und wer seinen Werdegang (nach anfänglich gemeinsam mit Gerhard Richter verpatzten Aufnahmeprüfung an der Kunsthochschule) formte und begleitete, als Portraitzeichner und Karikaturist, als Vorsitzender der Sektion Karikatur im VBK der DDR, als Buchgestalter und Künstler. Vieles davon kommt natürlich auch in dem heute (nicht) vorgestellten Buch vor! Und Harald Kretzschmar räumte mit Klischees auf, die seit einem viertel Jahrhundert die Darstellung der DDR-Kunstszene in Feuilleton und Kunstkritik bestimmen und belegte das Gegenteil mit amüsanten Anekdoten, verwies deutlich auf die zur Oberflächlichkeit neigende heutige Karikatur und beklagte die zunehmenden Mankos in der modernen Buchproduktion, vor allem in Hinblick auf Buchgestaltung, Illustration und Satire.
Rückblickend eine Masse an Informationen, für die die zwei Stunden "Lesung" eigentlich nicht ausreichten.
Anläßlich der Lesung in der "Helle(n) Panke" konnte nicht nur das beworbene Buch, welches Pirckheimer als Jahresgabe erhalten, käuflich erworben werden, durch das angeschlossene Antiquariat wurden auch einige Titel aus dem Schaffen von Harald Kretzschmar oder mit seiner Beteiligung entstandene angeboten - in der nebenstehenden allerdings schon stark reduziert. (ad)"

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