4. November 2019 Tagung/Konferenz «Zweimal Deutschland» - Soziale Politik in zwei deutschen Staaten

Herausforderungen, Gemeinsamkeiten und getrennte Wege.

Information

Veranstaltungsort

KulturGut
Alt-Marzahn 23
12685 Berlin

Zeit

04.11.2019, 09:30 - 19:00 Uhr

Themenbereiche

Deutsche / Europäische Geschichte, 30 Jahre 89/90

Kosten

Zugeordnete Dateien

Der Förderkreis Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung e.V., das Berlin-Brandenburger Bildungswerk e.V. mit seinem Zeitgeschichtlichen Archiv und die Helle Panke e.V. Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin laden zu dieser Konferenz ein. Parallel dazu entsteht ein Sammelband zum Thema bei der edition bodoni. Am 30. Jahrestag der Kundgebung von über einer halben Million Menschen auf dem Berliner Alexanderplatz für eine demokratisch-sozialistische, erneuerte DDR wollen wir Bilanz ziehen. Wir wollen der in Mainstream-Geschichtserzählung vom unvermeidlichen Untergang des «Unrechtsstaats» DDR mit Mauer, Stacheldraht und Stasi im Kontrast zur Geschichte von der «geglückten Demokratie» in der Bundesrepublik eine weit differenzierte Position gegenüberstellen. Wir halten es für sinnvoll, die Analyse der Doppelbiografie der beiden deutschen Staaten zu nutzen, um nach Gemeinsamkeiten, Unterschieden, Konflikten und offenen Fragen der Geschichte wie einer künftigen, alternativen, nicht- und nachkapitalistischen Entwicklung zu fragen.

Es geht nicht um eine nostalgisches Rückbesinnen auf mehr oder minder heile Welten der DDR oder der alten BRD, sondern um das Aufzeigen des Wandels beider Gesellschaften an historischen Knotenpunkten, ihre gegenseitige Beeinflussung, aber auch darum, ob und wie künftige alternative Gesellschaftsstrategien diese Erfahrungen aufgreifen können.

Darum wenden sich Konferenz (und Sammelband) exemplarisch fünf zentralen Fragen zu:

  • Beide deutsche Staaten als Teil der Systemauseinandersetzung um das überlegene sozialökonomische System, eingebettet in den Kalten Krieg, der beide Länder mitprägte.
  • Das Ringen um gesellschaftspolitische Überlegenheit auf wirtschaftlichem und letztlich sozialpolitischem Gebiet in der DDR mit ihren Chancen und vor allem ökonomischen Grenzen.
  • Die sozialpolitische Entwicklung der BRD als Teil dieser Systemauseinandersetzung mit Klassenkämpfen, Sozialverträgen und Zugeständnissen.
  • Die Herausforderung durch die Produktivkraftrevolution und die Konsequenzen für Sozialstruktur und ökonomische Strategien seit den 1960/70er Jahren mit der deutschen Zäsur des Jahres 1989.
  • Voraussetzungen und Konsequenzen des Zusammenbruchs der DDR und die neoliberale Neugründung Gesamtdeutschland einschließlich der rechten politischen Radikalisierung der Gegenwart.

An der Vorbereitung der Konferenz und des Sammelbandes nehmen u.a. teil: Rolf Badstübner, Günter Benser, Stefan Bollinger, Lutz Brangsch, Holger Czitrich-Stahl, Frank Deppe, Gerd Dietrich, Georg Fülberth, Thomas Goes, Jürgen Hofmann, Helga Hörz, Herbert Hörz, Michael Klundt, Christa Luft, Yana Milev, Siegfried Prokop, Jörg Roesler, Stefan Schmalz, Viola Schubert-Lehnert, Klaus Steinitz, Anne Urschil, Gerd Wiegel und Rainer Zilkenat.

Das Programm der Konferenz veröffentlichen wir, sobald es fertig gestellt ist.

Anmeldung erforderlich

Kosten: 10 € / ermäßigt 6 € (inklusive Verpflegung)

Standort