Beschreibung
Norbert Walz unternimmt in seinem Vortrag eine Rekonstruktion der Beziehung von Karl Marx zur Philosophie von den Anfängen bis zum "Kapital". Im Gegensatz zum traditionellen Marxismus sieht der Autor in der "marxistischen Philosophie", die vor allem auf Friedrich Engels zurückgeht, keine Entsprechung mit dem, was Marx unter Philosophie verstand. Allerdings blieb das Verhältnis von Marx zur Philosophie ambivalent: Einerseits bezieht er sich positiv auf sie, andererseits lehnt er sie seit der "Deutschen Ideologie" schroff ab. Unter der Oberfläche seiner Antiphilosophie verbergen sich philosophische Inhalte, die aufgrund einer Verdrängung nicht in der manifesten Theorie adäquat erscheinen konnten. Es enstanden Leerstellen der Theorie (Theorien des Individuums, der Geschichte, der Natur und des Wissens), die mit einer Metatheorie bzw. Postphilosophie aufzufüllen sind.
Walz' Ansatz integriert mehrere unorthodoxe Lesarten von Marx, insbesondere die Wert- und Arbeitskritik, die Neue Marx-Lektüre und die Kritische Theorie.
Referent: Dr. Norbert Walz ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Erlangen-Nürnberg tätig und beschäftigt sich insbesonderre mit Kritischer Theorie, philosophischer Anthropologie und Ethik. 2025 erschien sein Buch Verdrängte Philosophie. Zur Bedeutung einer Metatheorie von Marx' Kritik der politischen Ökonomie beim Schmetterling Verlag.
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