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Die Internationale erkämpft das Völkerrecht?

Imperiale Interessen und die Grenzen einer regelbasierten Weltordnung
 
Das Völkerrecht steht unter massivem Druck: Rechtsbrüche, Doppelmoral und Ignoranz schmälern die reale Durchsetzungsmacht internationaler Institutionen. Nationale Interessen und Ziele werden zunehmend in der Sprache der Macht und weniger in der Sprache der Werte artikuliert. Wer noch auf die Einhaltung völkerrechtlicher Verträge pocht, gilt oft als naiv. Aus linker Perspektive verschärft sich damit ein altes Dilemma.

Sicher, das Völkerrecht diente nicht nur der Begrenzung von Gewalt, sondern auch der Legitimierung imperialistischer und kolonialer Gewalt. Doch zugleich bieten die internationalen Regeln zentrale Schutzmechanismen gegen nackte Machtpolitik und das „Recht des Stärkeren“. Gefragt ist eine strategische Verteidigung ihrer politischen Bedeutung, verbunden mit einer erneuerten Vision. Denn eine auf Völkerrecht basierende Friedensordnung ist weiterhin die Voraussetzung dafür, dass diese Perspektive eine Rolle spielt.

In diesem Dossier wollen wir die Frage diskutieren, wie trotz aller Widersprüche am universellen Anspruch des Völkerrechts festgehalten werden kann. Wir wollen wissen: Wo sind rechtliche Standards gescheitert und wo wurden sie politisch erkämpft?

Unter anderem betrachten wir die Geschichte der Konflikte zwischen Großmächten und dem Völkerrecht, speziell im Hinblick auf die internationalen Menschenrechtsstandards. Welche Handlungsspielräume haben weniger mächtige Staaten sowie zivilgesellschaftliche Akteure, die sich auf völkerrechtliche Standards stützen? Und was können wir beispielsweise aus dem Umgang der Klimagerechtigkeitsbewegung mit internationalem Recht und Institutionen lernen?

Inhalte zum Thema

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Gewalt und Autoritarismus nach außen und innen sind Ausdruck einer kapitalistischen Systemkrise

„Wie würde die Welt ohne Völkerrecht aussehen?“

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Ein Gespräch mit Chantal Meloni, Expertin für internationales Recht

Trumps Friedensrat und die Zukunft des Internationalismus

: Analyse 31.03.2026

Tritt der autoritär-nationalistische Angriff auf internationales Recht in eine neue Phase?

Was ist eigentlich Völkerrecht?

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Mal angenommen, alle Staaten sind formal gleichberechtigt und halten sich an eine gemeinsam…

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Den Kampf um das Völkerrecht nicht aufgeben

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Was sich von der Klimabewegung im Umgang mit internationalen Organisationen lernen lässt

Aufstieg und Fall des Völkerrechts

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Über das Potenzial moralischer Normen in einer Welt der Ungleichheit

US-amerikanische Doktrinen, globale Dilemmata

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Völkerrecht und US-Außenpolitik in Lateinamerika in Zeiten des Trumpismus

Schutzschilde für den Genozid?

: Analyse 27.03.2026

Über die militärische Einstufung der Bevölkerung im Gaza-Krieg

Was ist eigentlich Imperialismus?

: Artikel 18.03.2026

Staaten und Staatenblöcke konkurrieren offen um Macht und Einfluss. Ob demokratische oder…

Den Mythos der Multipolarität entzaubern

: Hintergrund 23.09.2025

Warum BRICS keine Bedrohung für den Imperialismus darstellt und wir eine „antipolare“ Alternative…

Multilateralismus in einer turbulenten Welt

: Analyse 06.07.2025

Die Zukunft der internationalen Zusammenarbeit und des Völkerrechts

Was ist eigentlich eine multipolare Welt?

: Artikel 02.07.2025

Damit sich die globalen Machtverhältnisse ändern, braucht es mehr als neue Machtzentren

Feministische Politik statt Militarismus und Aufrüstung

: Analyse 22.11.2024

Für eine Gegenerzählung, die sich an den Menschenrechten orientiert

Chinas Sicht auf die internationale Ordnung

: Studien 11/2024

Welchen Weg sollte die EU gehen?

Was heißt Antiimperialismus heute?

: „Luxemburg“ Artikel 12/2023

Insbesondere in der angelsächsischen Welt wurde ab den frühen 2000er-Jahren verstärkt über einen…