7 December 2023 Discussion/Lecture Für eine feministische Linke: Mit Care in die Europawahl

Teil der Webinarreihe «Europe Beyond Europe» der RLS Brüssel

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Event location

Online

Date

07.12.2023, 18:30 - 20:30 Hr

Themes

Political Parties / Election Analyses, Gender Relations, Western Europe

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Für eine feministische Linke: Mit Care in die Europawahl
Foto: IMAGO / IPON

In einer Zeit vielfacher Krisen, deren Lösung ohne eine effektive Wirtschafts- und Sozialpolitik auf europäischer Ebene nicht denkbar ist, ist die Notwendigkeit einer starken linken Stimme im Europaparlament wichtiger als je zuvor. Zugleich zeigen Klimakrise, Corona Pandemie, steigende Inflation, Krieg, Pflegekrise sowie ein europaweites Erstarken der Rechten, dass es neue Ansätze braucht, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Die vergangenen Jahre haben gezeigt: Eine Bewältigung dieser Krisen kann nicht mit Lösungsansätzen erfolgen, die diese einzeln und voneinander losgelöst versuchen zu bearbeiten, da sie in ihrer Entstehung und Wirkung miteinander verwoben sind. Vielmehr braucht es also einen Ansatz, der es zustande bringt mit einer gemeinsamen Vision (Idee? Gefühl? Haltung?) unterschiedliche Problemfelder und dazugehörige Politiken miteinander zu verbinden, diese als Interdependent zu begreifen und entsprechend zu behandeln und somit mit einer kohärenten Leitlinie zu agieren, die sich in alle Politikempfehlungen hindurchzieht.

Eine solcher Ansatz bietet eine care-zentrierte Wirtschaft. In dieser Veranstaltung untersuchen wir das Potenzial von Care/(Für)Sorge als zentraler Leitlinie einer linken Wirtschaftspolitik auf europäischer Ebene. Die Annahme ist, dass Care die Möglichkeit bietet, als themenübergreifende Theorie und Praxis die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Problemfeldern aufzudecken und eine Grundlage für die Formulierung linker Lösungsansätze zu sein. Hierbei untersuchen wir den Entwurf des Wahlprogramms der Linken im Europaparlament aus einer öko-feministischen Perspektive und diskutieren mögliche Ergänzungen und Schwerpunktsetzungen aus der Care-Bewegung und feministischen Ökonomik. Ziel ist es, aus care-zentrierter Perspektive die Stärken des Wahlprogrammentwurfs zu identifizieren und zu untermauern, sowie mögliche Politikempfehlungen zu formulieren, die eine weitere Annäherung der Linken im Europaparlament zu den Vorschlägen der feministischen Ökonomik ermöglichen könnten.

Referent*innen:

  • Feline Tecklenburg ist Politökonomin für die sozial-ökologische Transformation mit einem Schwerpunkt auf der Verbindung von Ökonomie und Care(-Arbeit). Sie ist Aktivistin und geschäftsführende Co-Vorständin der postpatriarchalen Denk- und Handlungswerkstatt Wirtschaft ist Care und beschäftigt sich als Wissenschaftlerin kritisch mit den vielseitigen Lösungsansätzen, die es bereits dafür gibt. Sie promoviert zur Rolle der Care-Ökonomie in zukunftsfähigen Wirtschaftsmodellen.
    wirtschaft-ist-care.org/publikationen/
  • Nadine Gerner ist Sozialwissenschaftlerin und lehrt an den Universitäten Münster und Marburg zu den Themen Care, Soziale Reproduktion, Degrowth und Ökofeminismus. 2022 war sie Teil des Organisationskreises der Vergesellschaftungskonferenz in Berlin und arbeitet seitdem weiter zur Vergesellschaftung von Care und dem Energiesektor. Sie ist aktiv in der 'Feminism and Degrowth Alliance' (FaDA). Nadine ist zudem Autorin des Buchs: 'Ökofeminismus - Zwischen Theorie und Praxis: Eine Einfphrung', dass beim Unrast Verlag erscheint.
    unrast-verlag.de/produkt/oekofeminismus-zwischen-theorie-und-praxis/
  • Richard Bärnthaler ist ein interdisziplinärer Sozialwissenschaftler, der bis vor wenigen Wochen an der WU Wirtschaftsuniversität Wien - und nun an der Universität in Leeds zu den Forschungsschwerpunkten ökosoziale Transformation und Hegemonie, Umweltpolitik und Foundational Economy arbeitet, sowie zu dem Thema Universal basic Services als mögliche materielle Realisierung einer solchen.  Er setzt sich für die Verbesserung und Neukonzeption der Ausbildung in Sozialökonomie (in Richtung sozial-ökologische Ökonomie) ein, um Studierende in die Lage zu versetzen, zutiefst widersprüchliche Strukturen innerhalb derzeitiger Wirtschaftswissenschaften zu verstehen und damit umzugehen.
    research.wu.ac.at/de/publications/universal-basic-income-services-or-time-politics-a-critical-reali
  • Moderation: Arif Rüzgar und Vincent Janz

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Sophia Thoenes

PR Manager, Rosa-Luxemburg-Stiftung Brüssel

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