News | Africa - West Africa Eigene Klimaziele der RLS Dakar

Das Büro der Rosa Luxemburg Stiftung in Westafrika will klimafreundlicher werden und hat darum die eigenen Emissionen berechnet.

Information

Foto: Armin Osmanovic

Das Büro der RLS in Dakar hat zum ersten Mal den eigenen Beitrag zu den globalen Kohlendioxidemissionen zu berechnen versucht, um künftig die eigenen Aktivitäten in Westafrika klimafreundlicher durchzuführen. Die RLS in Dakar setzt sich zum Ziel, über die Emissionen jährlich zu berichten und diese schrittweise und nachhaltig zu verringern. Darüber hinaus sollen mit eigenen Maßnahmen und mit Hilfe der Partnerorganisationen in der Region die eigenen Kohlendioxidemissionen kompensiert werden.

Im Jahr 2018 verursachten die von der RLS in Westafrika durchgeführten Projekte etwa 123,9 Tonnen Kohlendioxid. Darin enthalten sind Flugreisen, Elektrizitätsverbrauch des Bürogebäudes der RLS in Dakar und Kilometerleistung und Verbrauch des Dienstwagens der RLS in Dakar. Ausgenommen von der Berechnung der Kohlendioxidemissionen sind Materialien wie Computer, Fotokopierer oder Papier und der angefallene Abfall.

Die Flugreisen im Rahmen der Projekte und der Projektevaluation in der Region Westafrika sind 2018 für  105,2 Tonnen Kohlendioxid verantwortlich (Die Berechnungen der Flugreisen erfolgten mit Hilfe eines CO2 Rechners). In diese Berechnung eingeschlossenen sind die Flugreisen der MitarbeiterInnen der RLS in Westafrika und die Flugreisen im Rahmen der von der RLS durchgeführten Projekte wie Vortragsveranstaltungen oder Workshops in Westafrika. Unberücksichtigt blieben die Flugreisen der MitarbeiterInnen außerhalb der Region, da diese von anderen Büros der RLS oder der Zentrale in Berlin verantwortet wurden. Nicht berücksichtigt blieben auch die Flugreisen der Partnerorganisationen, da diese Reisen allein in deren Verantwortung lagen. Die Partner der RLS sind frei, eine eigene Kohlendioxidbilanz zu erstellen.

14,9 Tonnen Kohlendioxidemissionen wurden durch die Benutzung des Dienstfahrzeugs der Rosa Luxemburg Stiftung 2018 verursacht. Das Projektfahrzeug wird für Fahrten in Senegal und in benachbarte Länder zu Projektbesuchen genutzt. Die Kilometerleistung betrug im vergangenen Jahr 31.234 Kilometer. Im Jahr zuvor waren es 29.722 Kilometer bzw. 14,1 Tonnen Kohlendioxid. Der Dienstwagen, ein geländegängiger Toyota Prado, verbrauchte im Schnitt 10,8 Liter Diesel auf 100 km.

Schließlich trug 2018 der Elektrizitätsverbrauch mit 3,9 Tonnen  zu den Kohlendioxidemissionen der RLS in Dakar bei (Die Berechnungen für das Dienstfahrzeug und den Elektrizitätsverbrauch erfolgten mit Hilfe eines CO2 Rechners). Das klimatisierte Bürogebäude der RLS mit 11 Computerarbeitsplätzen verbrauchte im Jahr 7.799 Kilowattstunden. Seit der Inbetriebnahme der hauseigenen Solaranlage und ihrer Modernisierung im Jahr 2016 ging der Stromverbrauch deutlich zurück. 2015 betrug der Elektrizitätsverbrauch noch 16.206 Kilowattstunden. Dies entsprach etwa 8,1 Tonnen Kohlendioxid im Jahr. 2016, 2017 und 2018 wurden im Schnitt nur 4,3 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr emittiert.

Wie nun sollen die Kohlendioxidemissionen verringert werden?

Als internationale Organisation, die sich zur Aufgabe gesetzt hat, Akteure aus verschiedenen Ländern in Kontakt zu bringen, den Dialog über Grenzen hinweg zu fördern, um gemeinsam über Lösungen für globale Probleme wie den Klimawandel nachzudenken und Lösungen zu entwerfen, ist es eine anspruchsvolle Aufgabe, die Emissionen aus Flugreisen zu reduzieren.

Dies gilt zumal für die Region Westafrika, die wegen eines fehlenden Eisenbahnnetzes und aufgrund der geographischen Distanzen häufig nur mit dem Flugzeug bereist werden kann. Dennoch gibt es Wege, die Kohlendioxidemissionen zu reduzieren. Bei der Planung von Veranstaltungen soll in Zukunft eine Klimabilanz helfen, Kohlendioxidemissionen zu vermeiden. So soll darauf geachtet werden, dass die kürzeste Reisestrecke mit den modernsten Flugzeugen gewählt werden. Dabei wird auch der Einsatz von Videokonferenzen geprüft. Dies gilt auch für die Projektbesuche der RLS MitarbeiterInnen in der Region.

Die RLS wird bei der Neuanschaffung des Dienstwagens, vorgesehen für das Jahr 2020, ein Fahrzeug auswählen, dessen Verbrauch im Vergleich zum gegenwärtigen Dienstwagen mindestens 25 Prozent niedriger ist. Sollte es aufgrund technischer Voraussetzungen der RLS in Dakar möglich sein, ein Elektroauto anzuschaffen, das mit dem hauseigenen Solarstrom betrieben werden kann, wird diese Umstellung in 2020 erfolgen.

Die hauseigene Solarstromanlage wird schrittweise modernisiert, damit die Stromversorgung auch während der Zeit der tropischen Hitze von August bis November, die die Nutzung von Klimaanlagen notwendig macht, 100 Prozent aus Solarstrom erfolgen kann. Um den Stromverbrauch im Gebäude der RLS zu reduzieren, wurden bereits Ventilatoren angeschafft, womit der Gebrauch der Klimaanlagen eingeschränkt werden konnte. Auch wurden der Garten und das Gebäude der RLS in den vergangenen Jahren begrünt, um die Umgebungstemperatur günstig zu beeinflussen. Des Weiteren wurde ein Teil des Gartens der RLS für den Gemüseanbau reserviert. Die MitarbeiterInnen haben in den Pausen die Möglichkeit ihr eigenes Gemüse anzubauen.

Ab 2019 wird die Verköstigung bei RLS Veranstaltungen in der Region, wenn immer möglich, vegetarisch erfolgen, um auf diesem Weg Kohlendioxid einzusparen. Bei der Beschaffung von Materialien wird konsequent auf Klimafreundlichkeit geachtet. Schon in den vergangenen Jahren wurde bei notwendigem Ersatz von Tischen und Stühlen im Bürogebäude und bei Partnern auf die Verwendung von einheimischen Materialien wie Holz geachtet.

Neben der Vermeidung von Kohlendioxidemissionen spielt die Kompensation eine wichtige Rolle. Im Rahmen des RLS Programms Natürliche Ressourcen, Verletzlichkeit und Livelihoods versucht die RLS mit den Partnern Projekte mit einem klimafreundlichen Beitrag zu fördern. Dazu zählt die geplante Pflanzaktion von Hunderten von Bäumen im Küstenort Bargny.

Die RLS Dakar freut sich darauf, gemeinsam mit den Partnerorganisationen in der Region weitere Schritte zu entwickeln, um die eigenen Projekte noch konsequenter klimafreundlich zu gestalten.