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Dokumentation : Wenn Klassiker old school werden. Kurze Geschichte der Einführungsliteratur in Marx

Begleitseminar zu den RLS-Kapitallesekursen.

Wichtige Fakten

Datum
15.10.2013
Veranstalter
Antonella Muzzupappa,
Mit
Fritz Fiehler
Themenbereiche
Ungleichheit / Soziale Kämpfe, Gesellschaftstheorie

Details

Jede Generation der Marx-Lektüre hat ihre eigene Einführungsliteratur. Eine Einführung in Marx' Kritik der politischen Ökonomie ist immer schon eine Interpretation des Originals, eine bestimmte Lesart und eine Verdichtung des politisch-theoretischen Kontexts, in dem Marx jeweils rezipiert wurde. Das Kapital wird also immer neu gelesen – und anders.
Warum? Welche Debatten, Auseinandersetzungen und Fragen bringen sie in spezifischer Form zum Ausdruck?
Die ersten beiden Generationen der Arbeiterbewegung stützen sich auf „Karl Marx' ökonomische Lehre“ von Karl Kautsky. Mit dem Fordismus und der Spaltung in eine sozialdemokratische und kommunistische Arbeiterbewegung waren die Essentials von Marx' Ökonomiekritik aber nicht mehr unter einen Hut zu bringen. Es folgte etwa das von Nikolai Bucharin herausgegebene Lehrbuch, mit dem sich Antonio Gramsci intensiv auseinandersetzte und Kriterien für oppositionelles Wissen formulierte. Mit Paul M. Sweezy Buch »Theorie der kapitalistischen Entwicklung» (1942) lag schließlich eine Art marxistische Makroökonomie vor und erlangte damit auch Anerkennung in den Wirtschaftswissenschaften. Welche Anforderungen hat aber die Generation des Finanzmarktkapitalismus, des iPhones und der Praktika?

Satellitenseminare – was ist das?

Seit 2006 finden in der Rosa-Luxemburg-Stiftung Kapital-Kurse statt. In wöchentlichen Treffen wird das Hauptwerk „Das Kapital“ von Karl Marx  gemeinsam diskutiert. TeamerInnen strukturieren die Sitzungen, die Teilnehmenden stellen die gelesenen Textabschnitte kurz vor. Externe TeamerInnen laden wir zu Wiederholungssitzungen ein (Michael Heinrich) oder zum Thema Leben und Werk Karl Marx’ (Rolf Hecker). Um die Kapital-Lektüre herum kreisen übers Jahr verteilt verschiedene „Satellitenseminare“. Hier werden ausgewählte Probleme und Fragen zum Kapital und darüber hinaus vertieft: Warum ist der Fetischcharakter Marx so wichtig? Was ist daran besonders? Ist die marxsche Geldtheorie noch aktuell? Warum bringt jede Welle erneuter Marx-Lektüre seine eigene Einführungsliteratur hervor? War Marx auf dem feministischen Auge blind?

Mehr Informationen unter: http://www.das-kapital-lesen.de.

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