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Dokumentation : Der Begriff der Arbeit in Karl Marx' „Kapital“

Livestream-Mitschnitte der drei Abendpodien im Rahmen der 10. Marx-Herbstschule 2017

Wichtige Fakten

Datum
26.10.2017 - 28.10.2017
Themenbereiche
Ungleichheit / Soziale Kämpfe, Kapitalismusanalyse, Geschlechterverhältnisse, Gesellschaftliche Alternativen, Gesellschaftstheorie, Karl Marx

Details

Karl Marx' „Das Kapital“ feiert 2017 seinen 150. Geburtstag. 2018 folgt der 200. Geburtstag von Marx selbst. Der Fokus der Marx-Herbstschule lag diesmal auf dem Begriff, der wie kein anderer sowohl Marx' Kapital als auch die Geschichte des Marxismus beherrscht: Arbeit.

Der Arbeitsbegriff zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Entwicklung des ersten Bandes, ausgehend vom „Doppelcharakter“ der Arbeit, dem „Springpunkt, um den sich das Verständnis der politischen Ökonomie dreht“, über die kapitalistische Anwendung, Verwertung und Ausbeutung der Arbeitskraft und ihre Kämpfe bis hin zum historischen Ursprung der kapitalistischen Lohnarbeit durch die sog. „Ursprüngliche Akkumulation“.

Die Arbeitsgruppen diskutierten tagsüber Passagen zum Arbeitsbegriff aus dem Kapital gemeinsam in textnaher Lektüre. Mit drei großen Abendveranstaltungen wurde mit vielen internationalen Gästen die neuen Kapital-Lektüren der 1960er Jahre, aber auch die Kritiken, die ab den 70er Jahren am Kapital, an Marx und am Marxismus geübt wurden, betrachtet.

Der Bezug auf die Arbeit hat zunächst die Geschichte des klassischen Marxismus beherrscht: in Gestalt der großen sozialdemokratischen, sozialistischen und kommunistischen Massenparteien und -organisationen, in Form der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegungen, aber auch in der Gestalt der sozialistischen Arbeiterstaaten. Sie alle formulierten in Theorie wie Praxis eine Politik buchstäblich im Namen der Arbeit.

Allerdings gab es auch eine eher untergründige Strömung, die sich vor allem auf Marx‘ Kritik der Arbeit und die Abschaffung und Überwindung der kapitalistischen Lohnarbeit und der Klasse berief. Diese kritische Bestimmung der Arbeit wurde vor allem im Zuge der neuen Kapital-Aneignungen um 1968 wirksam. Allerdings richtete sich die Kritik auch auf das Kapital selbst: Marx habe sich zu stark auf das Industrieproletariat und die Produktion fixiert und die Bedeutung der Bereiche der gesellschaftlichen Reproduktion – Alltagskultur, Ideologie, Geschlechterverhältnisse etc. – zu wenig berücksichtigt.

Die drei Abendveranstaltungen waren daher zunächst den neuen Kapital-Lektüren gewidmet, dann den Kritiken und schließlich der Bedeutung der Reproduktion und dem Zusammenhang von biologischer Reproduktion und ökonomischer Krise.

Die Diskussionen wurden live gestreamt, hier können die Aufzeichnungen nachgeschaut werden.

Livestream-Mitschnitte der drei Abendpodien im Rahmen der 10. Marx-Herbstschule 2017.
Mehr Informationen: marxherbstschule.net/10

Details

Details: Die neuen Kapital-Lesarten im Zuge von 1968
Mit: Prof. Frieder Otto Wolf, Renate Mohl und Prof. Sergio Bologna (Berlin, 26.10.2017)

Details

Details: Cultural Studies, Feminismus und Postcolonial-Studies: Kritiken am Marxismus
Mit: Prof. María Do Mar Castro Varela, Prof. Nikita Dhawan, Prof. Angela McRobbie (Berlin, 27.10.2017)

Details

Details: Melinda Cooper: Family Values
Mit: Prof. Melinda Cooper // Moderation: Felicita Reuschling (Berlin, 28.10.2017)

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