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Nachricht , : Künstlerkolonien als Orte des Aufbruches und des Experiments

Buch stellt 22 Orte im Überblick vor

Wichtige Fakten

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Raus aus den Ateliers, hinein ins Leben» so lautet unter vielen KünstlerInnen die Parole ab Mitte des 19. bis zum beginnenden 20. Jahrhundert. Sie ziehen hinaus in kleine Dörfer oder an die Ostseeküste und lassen sich dort zeitweise oder auf Dauer nieder – es entstehen sog. Künstlerkolonien. Nicole Bröhan stellt in ihrem Buch 22 Orte bzw. Kolonien im (damaligen) Deutschen Reich und in der Schweiz näher vor und bietet der Leserin fundierte Informationen.

Nach einer kurzen Einleitung, die das Phänomen in die Zeitumstände z.B. des Kunstmarktes einordnet, aber auch kritisch als Reaktion auf die Industrialisierung hinterfragt (S. 7-11), werden die Kolonien von Nord nach Süd sortiert vorgestellt: der Bogen reicht hier von Hiddensee und Ahrenshoop über Worpswede über Kolonien in Hessen bis zu jenen in Dachau, am Bodensee oder den relativ berühmten Monte Veritá am Schweizer Ufer des Lago Maggiore. Diese Orte des Aufbruches und des Experiments, die unabdingbarer Teil der deutschen, wenn nicht europäischen Kunstgeschichte sind, waren so vielgestaltig wie die Biographien ihrer ProtagonistInnen. Sie waren aber dank moderner Medien und auch der Eisenbahn nicht so abgeschieden, wie es die klischeehafte Vorstellung oftmals nahelegt. Viele existierten nur wenige Jahre und mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges ist die Zeit der Künstlerkolonien an nahezu allen Orten endgültig vorbei.

Das Buch ist eher wie in Reiseführer aufgemacht; es enthält interessante historische Fotografien und viele farbige Abbildungen von Kunstwerken in guter Qualität. Ein Personenverzeichnis erleichtert die Nutzung. Für einen Überblick zum Thema ist dieses Buch uneingeschränkt zu empfehlen.

Nicole Bröhan: Künstlerkolonien. Ein Führer durch Deutschland, die Schweiz, Polen und Litauen; parthas Verlag, Berlin 2017, 215 Seiten, 24,80 EUR

Nachfolgend noch „Deutsche Künstlerkolonien am Ende des 19. Jahrhunderts“, ein längerer Text von Bernd Hüttner vom Januar 2017 als PDF.  

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