Nachricht | Geschichte - Parteien- / Bewegungsgeschichte - Deutsche / Europäische Geschichte - GK Geschichte - Rosa-Luxemburg-Stiftung - Studienwerk Geschichte linker Politik in Deutschland jenseits von Sozialdemokratie und Parteikommunismus

Das zweite Promotionskolleg der Rosa-Luxemburg-Stiftung startete mit einer Veranstaltung im Haus der Geschichte des Ruhrgebietes in Bochum.

Die Bearbeitung der Geschichte der Linken jenseits sozialdemokratischer und kommunistischer Parteien, die Aufarbeitung ihrer breiteren, pluralen Strömungen, Bewegungen und Organisationen ist seit langem ein Anliegen der Stiftung. Dieses wird jetzt mit Stefan Berger, Professor für Sozialgeschichte und soziale Bewegungen an der Ruhr-Universität Bochum und Leiter des Instituts für soziale Bewegungen und Mario Keßler, app. Professor für Neuere und Neueste Geschichte am Zentrum für zeithistorische Forschung in Potsdam, die als Betreuer das Kolleg tragen und die hier entstehenden Qualifizierungsarbeiten begleiten, realisiert.

Im Ergebnis der Ausschreibung des Habilitations- und der drei Promotionsstipendien haben wir sehr qualifizierte Nachwuchswissenschaftler/innen für das Kolleg gewinnen können.

Dr. Ralf Hoffrogge bearbeitet das Thema «Gewerkschaftliche Krisenwahrnehmung und Krisenpolitik in Deutschland und Großbritannien 1919 – 2013», Sarah Langwald erforscht die Proteste gegen staatliche Repression und Überwachung in Westdeutschland zwischen 1945 und 1968, Richard Stoenescu widmet sich dem Syndikalismus in Deutschland und den USA zwischen den Weltkriegen und David Bebnowski der Neuen Linken und ihrer Theorie im Spiegel der Zeitschriften «Das Argument» und «Prokla».

Die Sichtbarmachung dieser Strömungen und Bewegungen ist hervorragend geeignet, den Dualismus und die wechselseitigen Ausblendungen linker Geschichtsschreibung als Ergebnis des Kalten Krieges zu überwinden, die «blinden» Flecken nicht nur sichtbar zu machen, sondern mit der differenzierten Bearbeitung Linker Geschichte der Marginalisierung heutiger Geschichtsschreibung an Universitäten ein Stück zu entkommen.

Dies ermöglicht neue Diskurse über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft linker Politik in Deutschland Europa wie global.

Diese Erwartungen sollen durch die Vernetzung im akademischen ebenso wie im politischen Raum durch enge Kooperationen u.a. mit dem Gesprächskreis Geschichte der Rosa Luxemburg Stiftung, mit Vertrauensdozent/innen erreicht werden.

Das Kolleg hat eine Laufzeit bis März 2018 und wird ein öffentliches, wissenschaftliches Begleitprogramm organisieren.

Das Kolleg

Leiter des Kollegs sind Prof. Dr. Mario Kessler (Universität Potsdam) und Prof. Dr. Stefan Berger (Ruhr-Universität Bochum). Das Promotionskolleg besteht bis März 2018. Ihm sind derzeit drei Promotionen und eine Habilitation zugeordnet. Es besteht die Möglichkeit, zukünftige Promotionen aus dem Stipendienprogramm der RLS zu assoziieren.

Die StipendiatInnen und ihre Themen:

David Bebnowski: Die Neue Linke und die Theorie – Anziehungskraft und Niedergang politischer Ideen im Spiegel der Zeitschriften PROKLA und DAS ARGUMENT

Dr. Ralf Hoffrogge: Arbeit in der Krise - Gewerkschaftliche Krisendeutungen und Krisenpolitik in Deutschland und Großbritannien

Sarah Langwald: Von Verteidigern und Feinden der Demokratie - Proteste gegen staatliche Repression und Überwachung in Westdeutschland (bis Mitte der 1970er Jahre)

Richard Stoenescu: Syndikalismus zwischen den Weltkriegen: Deutschland und die USA im Vergleich

Das Programm

11 Uhr Grußworte
Prof. Dr. Mario Kessler (Universität Potsdam), Prof. Dr. Stefan Berger (Ruhr-Universität Bochum), Dr. Florian Weis (Geschäftsführer der Rosa-Luxemburg-Stiftung), Dr. Katrin Schäfgen (Leiterin des Studienwerkes der Rosa-Luxemburg-Stiftung)

11:30 Uhr Eröffnungsvortrag / Keynote
Prof. Dr. Marcel van der Linden (Internationales Institut für Sozialgeschichte, Amsterdam): Der Anarchismus. Eine sozialhistorische Ortsbestimmung

13 Uhr Mittagessen

14 bis ca. 16 Uhr
«Alte Linke - Neue Linke? - Kontinuitäten und Brüche als Momente linker Politik» (Diskussionsrunde der StipendiatInnen)
Mit David Bebnowski, Dr. Ralf Hoffrogge, Sarah Langwald und Richard Stoenescu. Moderation: Prof. Sabrina Zajak (ISB der Ruhr-Universität Bochum).

16 Uhr Schlussbemerkungen und Kurzkommentare, anschließend Raum für Gespräche

Ca. 17 Uhr Ende der Veranstaltung


Ort: Institut für soziale Bewegungen der Ruhr-Universität Bochum (ISB) im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets, Clemensstrasse 17-19 , 44789 Bochum

Das ISB/Haus der Geschichte des Ruhrgebiets liegt zehn Minuten Fußweg vom Hauptbahnhof Bochum. Weitere Informationen zur Anfahrt: http://www.isb.rub.de/anfahrt/index.html.de

Veranstalter: Rosa-Luxemburg-Stiftung, Institut für soziale Bewegungen der Ruhr-Universität Bochum, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam

Kontakt: Bernd Hüttner, Referent für Zeitgeschichte und Geschichtspolitik der Rosa-Luxemburg-Stiftung, huettner@rosalux.de, Tel: 0173 / 609 6101