Publikation Geschichte - Parteien- / Bewegungsgeschichte »Ich kann nicht gegen meine Überzeugung handeln«. Clara Zetkin zum 150. Geburtstag.

Diskurs Heft 27. Streitschriften zu Geschichte und Politik des Sozialismus. Autor*innen: Astrid Franzke, Mascha Riepl-Schmidt, Gisela Notz, Klaus Kinner, Mirjam Sachse, Hans-Jürgen Arendt, Florence Hervé, Ilse Nagelschmidt

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Erschienen

Januar 2008

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Herausgegeben von Astrid Franzke und Ilse Nagelschmidt.

Enthält:

  • Vorwort: (S. 5-8)
  • Astrid Franzke: Clara Zetkin und Auguste Schmidt - die Schülerin und die Lehrerin. (S. 9-21)
  • Mascha Riepl-Schmidt: Ihre beste Zeit? Clara Zetkins Leben in Stuttgart Sillenbuch von 1904-1924. (S. 22-40)
  • Gisela Notz: Clara Zetkins Rolle in der internationalen sozialistischen Frauenbewegung und der Kampf um das Frauenrecht. (S. 41-58)
  • Klaus Kinner: Zwischen Orthodoxie und demokratischen Sozialismus. Clara Zetkin in der Weimarer Republik. (S. 59-70)
  • Mirjam Sachse: Geschichte als Schwerpunkt politischer Frauenbildung in der proletarischen Frauenzeitschrift »Die Gleichheit« (1891-1923). (S. 71-84)
  • Hans-Jürgen Arendt: Forschungen zu Leben und Werk Clara Zetkins in der DDR. (S. 85-102)
  • Florence Hervé: In Frankreich geschätzt, in der Bundesrepublik diffamiert? Erfahrungen mit der Rezeption von Clara Zetkin. (S. 103-116)
  • Ilse Nagelschmidt: Das Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung der Universität Leipzig. (S. 117-118)
  • Autorinnen- und Autorenverzeichnis. (S. 119-122)

Aus dem Vorwort der Herausgeberinnen
»Das Frauen- und Geschlechterforschungszentrum und die Gleichstellungsbeauftragte der Universität Leipzig richteten in Kooperation mit der Louise-Otto-Peters Gesellschaft e. V. und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen e. V. sowie unterstützt durch die Gleich-stellungsbeauftragten der Stadt Leipzig und des Regierungspräsidiums Leipzig am 26. und 27. Juni 2007 eine wissenschaftliche Konferenz anlässlich des 150. Geburtstages von Clara Zetkin aus.
Forschungen zu Leben, Werk und Wirken von Clara Zetkin sind im bundesdeutschen Hochschulsystem des 21. Jahrhunderts wenn überhaupt, nur randständig zu finden. Sie sind kaum strukturell verortet. Ihre Existenz ist dem Forschungsinteresse und Engagement von Einzelpersonen überlassen. Insofern zählt die Würdigung von Clara Zetkin mit einer wissenschaftlichen Tagung zu ihrem Jubiläum, zudem interdisziplinär angelegt, mit Forscherinnen und Forschern aus Ost und West, ..., zweifellos zu den wenigen Ausnahmen vom Mainstream. Sie nähern sich auf sehr verschiedenen Wegen und mit durchaus differentem Erkenntnisinteresse dem unerschöpflichen Wirken dieser beeindruckenden Frauenpersönlichkeit, thematisieren sie aber auch als sozialistische Politikerin, Pädagogin, Journalistin und beschreiben vielfältigste Facetten ihres Schaffens.
Zielstellung der Veranstalterinnen war es insbesondere, das noch nicht erschlossene frauenpolitische Wirken Clara Zetkins in den Blick zu nehmen, sie in ihrer Zeit und zu ihren politischen Mitstreiterinnen/Mitstreitern und Kontrahenten zu stellen und hierzu bisher unbekannte Forschungsergebnisse vorzustellen, zu diskutieren und über die Veröffentlichung des Tagungsbandes einem darüber hinaus gehenden größeren Kreis von wissenschaftlich und politisch Interessierten zur Verfügung zu stellen. Sichtbar werden sehr unterschiedliche Rezeptionslinien von Clara Zetkin nach 1945. Zudem sollen weitere Untersuchungen angeregt werden. ...
Auf der mit insgesamt ca. 60 Personen an beiden Tagen gut besuchten Konferenzen wurden Arbeitsergebnisse zu vier inhaltlichen Schwerpunkten vorgestellt. Diesen gemäß lassen sich die Beiträge des Buches entsprechend gruppieren:
Clara Zetkins Leipziger und ... Stuttgarter Zeit thematisieren Astrid Franzke (Leipzig) und Mascha Riepl-Schmid (Stuttgart) über den biographischen Zugang. Zwei Lebensorte, die sie in ganz besonderer Weise prägten und für ihr gesamtes politisches Wirken von Bedeutung waren. ...
Gisela Notz (Königswinter) ... zeigt Clara Zetkins Positionierung innerhalb der verschiedenen Flügel der sozialistischen Frauenbewegung und ihr konsequentes Eintreten für das Frauenwahlrecht, ihre Abgrenzung aber auch ihr zeitweiliges Zusammengehen mit der bürgerlichen Frauenbewegung. ...
Klaus Kinner (Leipzig) leitete den Themenblock ›Neuere Forschungen zu Clara Zetkin‹ ... ein. Er untersucht den widersprüchlichen Weg Clara Zetkins zur KPD und markiert ihre Positionierung um die Entwicklungsrichtung der neuen Partei, in denen sie immer wieder mit der KPD-Führung unter Ernst Thälmann und mit der Kommunistischen Internationale in schwierige Auseinandersetzungen geriet. ...
Mirjam Sachse (Kassel) analysiert die von Clara Zetkin herausgegebene proletarische Frauenzeitschrift ›Die Gleichheit‹ ... Dabei zeichnet sie ein vielfältiges Bild der Gleichheit und identifiziert Profillinien in der Zeitschrift. ...
Hans-Jürgen Arendt (Schönheide) und Florence Hervé (Düsseldorf) stellen neuere Forschungsergebnisse zu Clara Zetkin im länderspezifischen Kontext vor - in der DDR einerseits und der BRD im Vergleich mit Frankreich andererseits. Hans-Jürgen Arendt geht chronologisch vor und zeigt ein äußerst differenziertes Spektrum der DDR-Forschung zu Clara Zetkin eingebunden in die politischen und wissenschaftlichen Kontexte ihrer Zeit auf. Er skizziert sie als inspirierend für die internationale Forschung, trotz Verzerrungen und Ungenauigkeiten. ...
Ursachen für die geringe Resonanz von Clara Zetkin in der alten BRD und der Anerkennung ihrer Lebensleistung und Persönlichkeit in Frankreich beschreibt Florence Hervé in ihrem ebenso interessanten wie aufschlussreichen Beitrag ... Deutliche Unterschiede in der politischen Kultur in Deutschland und Frankreich seien an der Clara-Zetkin-Rezeption nachweisbar. Während sie in der BRD stark ideologisch geprägt war, verlief sie in Frankreich hingegen auf Grund einer anderen politischen Tradition und des Umgangs mit widerständigen Personen unbefangener. ...
Ilse Nagelschmidt (Leipzig) stellt abschließend den aktuellen Bezug des Tagungsthemas zur Frauen- und Geschlechterforschung in Leipzig her. Sie zeichnet den Entstehungskontext, das derzeitige Profil und die gegenwärtigen Arbeitsfelder des Frauen- und Geschlechterforschungszentrums der Universität Leipzig nach. ...«

Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen e.V., Leipzig, 2008, 124 S.

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