Publikation Wirtschafts- / Sozialpolitik - Gesellschaftstheorie Wirtschaft und Moral. Sozialethische Grundlagen einer linken Gesellschaftspolitik.

Diskurs Heft 35. Streitschriften zu Geschichte und Politik des Sozialismus. Autor*innen: Dieter Janke, Christa Luft, Friedhelm Hengsbach, Karl Georg Zinn, Wolfgang Kuhlmann

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Erschienen

Januar 2009

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Herausgegeben von Dieter Janke.

Enthält:

  • Dieter Janke: Vorwort. (S. 5f)
  • Christa Luft: Moral im Spannungsfeld von Eigennutz und Gemeinwohl. (S. 7-21)
  • Friedhelm Hengsbach: Wirtschaft und Moral - zwei ungleiche Schwestern. (S. 22-42)
  • Karl Georg Zinn: Gesellschaftsethik und politische Ökonomie - Zu den moraltheoretischen Grundlagen eines humanen Wirtschaftssystems. (S. 42-74)
  • Wolfgang Kuhlmann: Ökonomie und soziale Gerechtigkeit. (S. 75-95)
  • Autorenverzeichnis. (S. 96)

Vorwort des Herausgebers
»In der tradierten linken Kapitalismuskritik wird die Sphäre der Ökonomie vielfach per se als unmoralische Veranstaltung gebrandmarkt. Kapitalistisches, auf die Gewinnmaximierung zielendes Wirtschaften, so die dabei unterstellte Annahme, sei vom Grundsatz her nicht mit ethischen Prinzipien, die für den Zusammenhalt des sozialen Gemeinwesens unabdingbar sind, in Einklang zu bringen. Man beruft sich dabei nicht gänzlich zu Unrecht auf Karl Marx, der das Wesen der kapitalistischen Ökonomie in seiner Reinkultur offen gelegt hat. Die Art und Weise, wie sich die Wirtschaft der entwickelten Industrieländer mit der neoliberalen Offensive der vergangenen Jahrzehnte mehr und mehr aus ihrer gesellschaftlichen Bindung herauszulösen versuchte, lieferte zusätzliche Argumente. Unter der Dominanz der Finanzmärkte verkam die Ökonomie zusehends zum Selbstzweck, deren selbstzerstörerisches Potential die derzeitige Wirtschaftskrise inzwischen lehrbuchhaft offenbart. Vor diesem Hintergrund wird sowohl in der öffentlichen als auch in der akademischen Debatte das Verhältnis von Wirtschaft und Moral wieder verstärkt thematisiert. Ob bei den exorbitanten Managergehältern oder beim Thema Mindestlohn, den Skandalen um Steuerhinterziehungen oder den unzureichenden Haftungsregelungen für die ›Fehlleistungen‹ im Management, stets schwingen bei den Diskussionen die gesellschaftliche und damit auch die ethische Verantwortung mit. Es wird wieder zur Kenntnis genommen, dass der Mensch nicht nur ein homo oeconomicus ist, sondern dass sein Handeln auch von vielen nichtökonomischen Momenten bestimmt wird. Noch kann niemand mit Sicherheit vorhersagen, welche Dimensionen die gegenwärtige Wirtschaftskrise letztlich annehmen wird. Fest steht indes schon jetzt eine aus ihr zu ziehende Konsequenz: Die Resozialisierung der Ökonomie im Praktischen wie im Theoretischen steht auf der Tagesordnung. Ohne wirtschaftsethische Grundsätze zu erörtern, wird das auch aus linksalternativer Sicht nur schwer möglich sein. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen e. V. hatte diesem Anliegen am 11. Oktober 2008 einen Workshop gewidmet, dessen Beiträge in diesem Heft zur Qualifizierung des diesbezüglichen Disputs veröffentlicht werden.«
 

Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen e.V., Leipzig, 2009, 96 S.

Die Printausgabe dieser Publikation ist leider vergriffen.

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