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Publikation : Ressourcenfluch 4.0

Die sozialen und ökologischen Auswirkungen von Industrie 4.0 auf den Rohstoffsektor

Wichtige Fakten

Reihe
Buch/ Broschur
Erschienen
März 2017
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Details

Kaum ein industriepolitischer Artikel der letzten Jahre kommt ohne ihn aus: der Begriff „Industrie 4.0“ soll deutlich machen, dass wir unmittelbar vor der vierten industriellen Revolution stehen. Internet 2.0 war gestern, der Einsatz von Elektrotechnik und Informationstechnologie zur Automatisierung der Produktion seit den 1970ern nur der Anfang. In einer Zeit, in der das globale Wirtschaftswachstum gedämpft ist und sich Staaten in der Rezession befinden, scheint nun „Industrie 4.0“ vielen das helle Licht am Ende des Krisentunnels zu sein. Mit zunehmender Digitalisierung, so das Credo, würde das Wirtschaftswachstum wieder anziehen und gleichzeitig einige der drängenden ökologischen, ökonomischen und sozialen Krisen gelöst.

Das herrschende ökonomische Modell steckt in einer tiefen Krise. Die neoliberale Deregulierung durch sogenannte Freihandelsabkommen und institutionalisierten Schutz von ausländischen Investoren hat die globale Wirtschaft nicht stabilisieren können. Einhellig fordern Wirtschaftsverbände und konservative, liberale sowie sozialdemokratische Parteien dennoch die Fortführung dieser Politik. Die Ausrichtung der nationalen Wirtschaft auf die Herausforderungen der Digitalisierung der Produktion gibt ihnen eine Vision, in der sie die negativen Begleiterscheinungen der neoliberalen Deregulierung ignorieren können.

Daher beschäftigt sich diese Publikation detaillierter mit der Industrie 4.0. Nach einer Klärung, was sich hinter dem Begriff eigentlich verbirgt und welche Hoffnungen vor allem die deutsche Regierung damit verbindet, widmet sich der Text den künftigen Rohstoffbedarfen von Industrie 4.0 sowie von Elektromobilität und der Umstellung auf Erneuerbare Energien, die beide eng mit dieser Diskussion verwoben sind. Der Fokus liegt hierbei auf den metallischen Rohstoffen, denn hier sind aus menschenrechtlicher und ökologischer Perspektive die größten Herausforderungen zu erwarten. Anschließend wird der Frage nachgegangen, welche Zukunftstechnologien für die „Industrie 4.0“ benötigt werden und welche Metalle und Mineralien wiederum maßgeblich für diese Zukunftstechnologien sind. Anhand von zehn kompakten Rohstoffsteckbriefen wird danach ein Blick auf die menschenrechtlichen, sozialen und ökologischen Herausforderungen beim Abbau der Ressourcen geworfen. Nach einer Betrachtung der Versprechungen der „Industrie 4.0“ werden zum Schluss Anforderungen an eine zukunftsfähige Rohstoffpolitik formuliert.

Die Studie von PowerShift e.V. wurde durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung gefördert.

 

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