Publikation Parteien / Wahlanalysen - Rassismus / Neonazismus Reaktionär, rassistisch, rechts

Die Entwicklung der Alternative für Deutschland (AfD) in Sachsen-Anhalt und Stendal

Information

Reihe

Studien

Autor/innen

Sebastian Friedrich, Bernd Linke,

Erschienen

Mai 2018

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Alles Rassisten, Hasskappen und Lumpenproletariat? Der erste Forschungsbericht unseres Projekts untersucht, welche Gruppen und Strömungen hinter der Entwicklung der AfD stehen, wie sie sich verändert hat und wie sie, in den Parlamenten angekommen, agiert: im Bund, im Land Sachsen-Anhalt und in der Kommune Stendal.

Bei allen Widersprüchen innerhalb des rechten Projekts herrscht in den Grundzügen Einigkeit: Alle Strömungen folgen der Ideologie der Ungleichheit. Ob für das Kollektiv (vor allem bei der völkischen Strömung) oder das Individuum (insbesondere bei den Nationalneoliberalen), für alle gilt die Überlegenheit des Stärkeren gegenüber dem Schwachen. Die nationalkonservative Strömung, die in der Partei nach wie vor sehr stark vertreten ist, wirkt ob der Provokationspolitik der Völkischen tendenziell blass. Zusehends gelingt es den radikalen Strömungen, die AfD nach rechts zu verschieben. Der AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt und hier besonders die Figur Poggenburg stehen exemplarisch für die radikal rechte Entwicklung der Partei.

In Sachsen-Anhalt hat eine Gruppe verschiedener Menschen von der Hochschule Magdeburg-Stendal, vom Institut für Gesellschaftsanalyse (IfG) der Rosa- Luxemburg-Stiftung, aus der Partei DIE LINKE und aus Initiativen vor Ort einen Prozess begonnen, in dem das vorläufig als Rechtspopulismus bezeichnete Phänomen sowohl erforscht wird als auch zugleich Praxisprojekte entwickelt werden sollen, die dazu beitragen können, ihm langfristig den Boden zu entziehen. 

Der nun vorliegende erste Forschungsbericht rekonstruiert also zunächst die «Angebotsseite», die Interessen und Strategien der rechtspopulistischen Formation im Bund, in Sachsen-Anhalt und im Landkreis Stendal als Aspekte der Lebensbedingungen in der Untersuchungsregion. Letztlich geht es um die Fragen, welche (ggf. widersprüchlichen) Interessen diese Partei vertritt und wie bzw. inwieweit diese Interessen in der Kommunikation mit ihren Anhänger_ innen und potenziellen Wähler_innen kommuniziert wurden und werden. Hier also ein Anfang, alles Weitere wird folgen.

 

SEBASTIAN FRIEDRICH lebt in Hamburg. Er promoviert an der Universität Duisburg-Essen zu Debatten über Arbeitslosigkeit, Arbeitsethos und Arbeitsunwilligkeit in der Bundesrepublik Deutschland 1949 bis 1973. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Sozialstaatsdiskurse, rechte Formierung, AfD, kritische soziale Arbeit, Migration und Arbeit, Diskursanalyse sowie Klassenanalyse. Homepage: www.sebastian-friedrich.net.

BERND LINKE ist Sozialwissenschaftler, lebt in Berlin und Sachsen-Anhalt und arbeitet seit Jahren zur Entwicklung der radikalen Rechten und der AfD. Er schreibt unter Pseudonym.

PROJEKTGRUPPE: Mario Candeias, Barbara Fried, Sebastian Friedrich, Christina Kaindl, Annemarie Kern, Max Lill, Martin Ling, Bernd Linke, Miriam Pieschke, Katrin Reimer-Gordinskaya, Catharina Schmalstieg, Karsten Schwarze, Elisabeth Seyer