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Dschihadismus und Faschismus sind reaktionäre und antidemokratische Bewegungen, die sowohl historisch als auch aktuell ihren Aufstieg Niederlagen der Linken verdanken: der historische Faschismus „einem gescheiterten Ansturm des Proletariats und der darauffolgenden Enttäuschung der Arbeiterklasse, die Bourgeoisie erschöpft“ (Thalheimer 1930/1981: 40), die ägyptischen Muslimbrüder dem Scheitern der säkular-sozialistischen Modernisierungsdiktaturen in der Nachfolge Nassers.
Die Herstellung „neuer Solidaritäten“ (Pierre Bourdieu) bleibt der Kern linker Politik. Die „Entprekarisierung der Unterklasse“ (Reckwitz 2019: 132) dürfte eine Voraussetzung für die Bekämpfung des Islamismus sein – durch gewerkschaftliche Organisation, sozialpolitische Maßnahmen und eine inklusive Bildungspolitik.
Die Analyse erschien zuerst in der Zeitschrift „Sozialismus“ 12/2020. Wir danken für die Erlaubnis zur Verwendung des Textes.
