Zum Hauptinhalt springen

Publikation : Rechtsstaat auf sächsisch

Zu den staatlichen Reaktionen auf die antifaschistischen Aktivitäten gegen den Neonaziaufmarsch in Dresden im Februar 2011. Standpunkte 1/2012 vom Vorstand des Republikanischen Anwältinnen- und Anwältevereins (RAV).

Wichtige Fakten

Reihe
Standpunkte
Erschienen
Januar 2012
Bestellhinweis
Nur online verfügbar
Zugehörige Dateien

Details

Im Februar 2011 haben in Dresden vielfältige, von einem breiten antifaschistischen Bündnis getragene Aktivitäten stattgefunden. Dabei ist es am 19. Februar 2011 erneut gelungen, den größten Neonaziaufmarsch in Europa zu verhindern. Was in der öffentlichen Debatte als großer Erfolg der Zivilgesellschaft gegen die extreme Rechte wahrgenommen wurde, ist den sächsischen Sicherheitsbehörden ein Dorn im Auge. Das zivilgesellschaftliche Engagement ist zu selbstbestimmt, zu innovativ und politisch erfolgreich. Statt wohlwollender Unterstützung gehen die Sicherheitsbehörden massiv gegen die antifaschistischen Aktivitäten vor.

Die präventiven und repressiven Maßnahmen haben 2011 eine ungeahnte Qualität und ein neues Ausmaß erreicht. Die Summe der Beispiele macht nicht nur deutlich, mit welcher Vehemenz staatliche Stellen in Sachsen gegen AntifaschistInnen vorgehen. Sie zeigt auch in eindrucksvoller Weise, wie flexibel der Rechtsstaat sein kann, wenn die Staatsräson es verlangt – nicht nur an einzelnen Punkten, sondern systematisch. Das von einem obrigkeitsstaatlichen Geist geprägte sächsische Vorgehen darf nicht Schule machen. Hier liegt ein wesentliches Feld kommender politischer Auseinandersetzungen, nicht nur für die Bürgerrechtsbewegung.

Weitere Inhalte zum Thema

Kaffee statt Koks

: Mitteilung 19.03.2026

Rundreise zu Solidarischer Wirtschaft für Frieden und gegen Drogenhandel in Kolumbien

Zwischen Autonomie und Hierarchie

: Online-Publ. 04/2026

Die Partei der Arbeit Belgiens (PTB) und die Democratic Socialists of America (DSA) im Vergleich

Film: „Lacoma – der Kohle im Weg“, 19 Juni 2026

: Film

Potsdam-Babelsberg18:00 Uhr

Im Rahmen des über:morgen-Festivals für linke Politik, Bildung und Kultur