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Publikation : Die Evangelische Kirche und die Debatte um den Mindestlohn

Standpunkte 7/2009 von Jürgen Klute.

Wichtige Fakten

Reihe
Standpunkte
Erschienen
Mai 2009
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Teil I: Warum der Mindestlohn ein zentrales sozialethisches Thema ist

Vor einiger Zeit sagte mir ein Facharbeiter aus der Baubranche: „Wer heute Arbeit hat, ist ein König. Und bevor ich in Hartz IV gehe, verzichte ich lieber auf Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld. Denn wenn du einmal in Hartz IV bist, dann kommst du da nicht mehr raus.“ Gleichwohl, erzählte er weiter, kann seine Familie von seinem Einkommen nicht leben. Der Baubereich gehört eben zu den niedrigeren Einkommenssektoren, obgleich er noch nicht zum untersten Teil dieses Sektors zählt.

Dass dies keine Einzelbeobachtung ist, belegt eine Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) aus dem Jahr 2007.  Laut dieser Studie gaben 20 Prozent der befragten Unternehmen an, dass die Bereitschaft zu Zugeständnissen bei arbeitslosen Bewerbern gestiegen sei. Etwa ein Drittel der Betriebe sieht nach dieser Studie einen Zusammenhang zwischen der Arbeitsmarktreform Hartz IV und den Änderungen im Bewerberverhalten. Hartz IV hat also eine doppelte Wirkung: Eine direkte auf diejenigen, die arbeitslos sind, und eine indirekte auf diejenigen, die in einem Lohnarbeitsverhältnis stehen. Das Ergebnis ist in beiden Fällen das Gleiche: niedrigere Einkommen und insgesamt schlechtere Arbeits- und Lebensbedingungen.

Im Niedriglohnsektor arbeiten mittlerweile 36 Prozent der Vollzeitbeschäftigten: Ein Anteil von 24 Prozent der Vollzeitbeschäftigten bekommt prekäre Löhne, ein Anteil von 12 Prozent erhält Armutslöhne.

Prekäre Löhne bedeuten weniger als 2.163 Euro monatlicher Bruttolohn bei einer Vollzeitstelle, d.h. 75 Prozent des Durchschnittslohns.

Als Armutslöhne gelten Löhne, die unterhalb von 50 Prozent des Durchschnittslohns liegen.

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