24. Mai 2017 Diskussion/Vortrag Take care for your caregivers!

Über die Abwertung von Sorgearbeit in unserer Gesellschaft und sozialen Bewegungen

Information

Veranstaltungsort

Rosa-Luxemburg-Stiftung
Salon
Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin

Zeit

24.05.2017, 18:30 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Ungleichheit / Soziale Kämpfe, Staat / Demokratie

Zugeordnete Dateien

Im Sommer 2015 legten Beschäftigte der Sozial- und Erziehungsdienste in Deutschland ihre Arbeit nieder um für eine Aufwertung ihrer Arbeit und höhere Löhne zu kämpfen. Zeitgleich schlossen sich Erzieher_innen in den USA, dem Movement ‚Fight for 15’, einer Bewegung für einen Mindestlohn von 15 Dollar und einer Gewerkschaft an. Dass diese Berufsgruppe über den Atlantik hinweg für die gleichen Forderungen kämpft, ist kein Zufall, sondern macht den Stellenwert von Erziehungs- oder Sorgearbeit in kapitalistischen Gesellschaften klar: Sie gilt als quasi natürliche Kompetenz von Frauen*, als Liebesdienst und im wörtlichen Sinne ‚unbezahlbar’. Als professionelle Arbeit ist sie nicht nur schlecht bezahlt, sondern geniesst auch wenig Anerkennung - selbst in feministischen Kontexten nicht. Erzieher_innen stehen in Kitas meist nicht genügend Ressourcen für die pädagogische Arbeit zur Verfügung, die Löhne sind niedrig und Personal knapp, was häufig zu Erschöpfung und nicht selten zu burnout führ. Emanzipatorische Kräfte mischen sich hier nicht ausreichend unterstützend ein. Woran das liegt und wie wir hier auch im transnationalen Austausch weiter kommen, soll auf dieser Veranstaltung aus einer feministischen Perspektive diskutiert werden. 

Referentinnen:

  • Marcy Whiteboook, Direktorin des Center for the Study of Child Care Employment, UC Berkeley, USA, und Aktivistin des Worthy Wage Movement
  • Hannah Schurian, Referentin für soziale Infrastrukturen bei der Rosa Luxemburg Stiftung und Mitglied des Netzwerks Care Revolution
  • Eine Vertreterin von Verdi, die bei den letzten Auseinandersetzungen im Sozial-und Erziehungsbereich beteiligt war.

Veranstaltung findet auf Englisch statt – Flüsterübersetzungen werden vor Ort organisiert

Standort

Kontakt

Janek Niggemann