26. Januar 2018 Tagung/Konferenz Religion nur Privatsache?

Menschenrechte und Religionsfreiheit in der linken Debatte

Information

Veranstaltungsort

Rosa-Luxemburg-Stiftung
Salon
Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin

Zeit

26.01.2018, 16:00 - 27.01.2018, 13:00 Uhr

Themenbereiche

Staat / Demokratie

Zugeordnete Dateien

Erstes religionspolitisches Kolloquium der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Das Menschenrecht auf Denk-, Gewissens-, Religions- und Weltanschauungsfreiheit wird öffentlich kontrovers diskutiert, wie sonst keines der Menschenrechte.  Dessen universaler Geltungsanspruch wird in einer sozial, kulturell und letztlich auch weltanschaulich auseinanderdriftenden und sich zunehmend polarisierenden Welt  von unterschiedlichen Seiten in Frage gestellt.

So stehen in Leitkultur-Debatten tradierte Gemeinschaftsvorstellungen gegen neue, eigene gegen fremde Religionen oder Abend- gegen Morgenland. Religiöse Bindungen verändern sich und werden in Teilen der Gesellschaft schwächer. In Deutschland sinkt die Mitgliederzahl der christlichen Kirchen und auch deshalb wird  die Frage nach ihrem Verhältnis zum Staat wieder neu gestellt. 

Zugleich radikalisieren sich Anhänger von Religionen und Weltanschauungen und bestreiten die Freiheitansprüche anderer. Über all dem thront ein sich alternativlos gebender «Kapitalismus als Religion» mit seinen Fetischen der Selbstvermarktung und Optimierung. Erfährt das Politische auf neue Weise religiös oder weltanschaulich begründete Untersetzung? Stimmt die klassische These von der Religionsfreiheit als Urspungsrecht der Menschenrechte? Sind die Angriffe auf Religionsfreiheit zugleich Angriffe auf die Universalität der Menschenrechte?

Programm

Freitag, 26. Januar, 16 – 18:30 Uhr

Religiöse und weltanschauliche Pluralität in Deutschland: eine Bestandsaufnahme

  • Begrüßung:
    Dr. Florian Weis, Geschäftsführer der Rosa-Luxemburg-Stiftung
    Christine Buchholz, Religionspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Bundestag
  • Prof. Riem Spielhaus, Islamwissenschaftlerin, Göttingen:
    Religiöse und Weltanschauliche Pluralität in Ost- und Westdeutschland
  • Asmaa El Idrissi, Verfassungsrechtlerin, Frankfurt/M.:
    Verfassungsrechtliche Perspektiven religiöser und weltanschaulicher Pluralität
  • Helge Meves, Philosoph, Kablow:
    Religionsfreiheiten im Diskurs der Parteien

Freitag, 26. Januar, 19 – 21 Uhr

«Nun sag, wie hast du’s mit der Religion? Du bist ein herzlich guter Mann, allein ich glaub, du hältst nicht viel davon.»

Gesprächsrunde mit Oberkirchenrat Martin Vogel, Beauftragter der Evangelischen Kirchen bei den Ländern Berlin und Brandenburg, Prof. Dr. Frieder-Otto-Wolf (Humanistischer Verband), Prof. Dr. Michael Brie (Rosa Luxemburg-Stiftung), Giselher Hickel (Theologe), Iman Andrea Reimann (Vorsitzende vom deutschsprachigen Muslim-Kreis Berlin)
Moderation: Cornelia Hildebrandt (Rosa-Luxemburg-Stiftung, Berlin) 

Samstag, 27. Januar, 9:30 – 10:45 Uhr

Religionsfreiheit und Menschenrechte

  • Grußwort: Dr. Dietmar Bartsch, Fraktionsvorsitzender der LINKEN im Bundestag
  • Vortrag: Prof. Heiner Bielefeldt, Inhaber des Lehrstuhls für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik, Erlangen-Nürnberg

Kleine Pause

Samstag, 27. Januar, 11:30 – 13:30 Uhr

Zur Ökumenischen Dimension der Menschenrechte

  • Vortrag: Altbischof Christoph Demke, Berlin

Kontroverse Schlussfolgerungen für Linke?

Gesprächsrunde mit Prof. Riem Spielhaus, Asmaa El Idrissi, Prof. Franz Segbers (Kelkheim) und Christine Buchholz
Moderation: Cornelia Hildebrandt, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Berlin 

Schlusswort : Prof. Dr. Heiner Bielefeldt


Um Anmeldung wird gebeten:
cornelia.hildebrandt@rosalux.org

Standort

Kontakt

Cornelia Hildebrandt

Referentin Parteienforschung, Stellv. Direktorin, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Telefon: (030) 44310-167