5. September 2018 Diskussion/Vortrag Ahoi Arbeitskämpfe

Internationale Arbeitsrechte auf hoher See

Information

Veranstaltungsort

Berlin Global Village
Am Sudhaus 2
12053 Berlin

Zeit

05.09.2018, 18:00 - 20:00 Uhr

Themenbereiche

Ungleichheit / Soziale Kämpfe, International / Transnational

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Ein Beispiel für erfolgreiche Kämpfe um Globale Soziale Rechte findet sich im Bereich der Arbeitsrechte in der maritimen Handelsschifffahrt und der Hafenwirtschaft: Die Internationale Transportarbeiter Föderation (ITF), London, hat 1948 die Kampagne gegen Billigflaggen ins Leben gerufen, um die internationale Konkurrenz unter den Seeleuten zu verringern und das Sozialdumping auf hoher See zu bekämpfen. Seit 2000 ist ein Tarifvertrag zwischen der ITF und dem internationalen Arbeitgeberverband der Schifffahrt (IMEC), in Kraft. Es ist der erste internationale Tarifvertrag und schließt auch die Belegschaften von Schiffen ein, die unter Billigflaggen fahren. Die Kontrolle der Einhaltung ist jedoch schwierig und wird auch mit Hilfe von Hafenarbeiter*innen und Hafeninspektoren durchgeführt.

Das Nachhaltigkeitsziel Acht* zielt darauf, menschenwürdige Arbeit zu schaffen. Arbeitsrechte im transnationalen Raum spielen dabei aber nur eine untergeordnete Rolle. Auch die entwicklungspolitische Zivilgesellschaft fokussiert auf Fairen Handel, kritischen Konsum und Unternehmensverantwortung. Sie vernachlässigt bestehende Arbeitskämpfe und sucht selten den Schulterschluss mit Organisationen, die sich für Arbeitsrechte einsetzen.

Mit Gewerkschaftsvertreter*innen und Wissenschaftler*innen diskutieren wir am Beispiel der Billigflaggenkampagne und des internationalen Tarifvertrags für Seeleute die Möglichkeiten und Herausforderungen transnationaler Organisierung für menschenwürdige Arbeit.

Die Veranstaltung ist der zweite Teil in der Reihe «Recht haben. Globale Soziale Rechte und die Agenda 2030», ein Kooperationsprojekt der Rosa-Luxemburg-Stiftung und des Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlags (BER).

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*2015 verabschiedeten die Mitgliedsstaaten der UN die so genannte 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung. Die Agenda legt 17 so genannte Sustainable Development Goals (SDG; Ziele für nachhaltige Entwicklung) fest. Zu diesen Zielen gehören unter anderem die Beendigung der Armut, die Verringerung der Ungleichheit, Ernährungssicherung, Bildung und Gesundheit für Alle, nachhaltige Produktionsweisen und menschenwürdige Arbeit.

Standort

Kontakt

Dr. Stefanie Kron

Referentin für Internationale Politik und Soziale Bewegungen, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Telefon: (030) 44310-526