29. Oktober 2020 Diskussion/Vortrag Erziehung nach Auschwitz in der Migrationsgesellschaft

Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus als Herausforderungen für die Pädagogik

Information

Veranstaltungsort

Rosa-Luxemburg-Stiftung
Salon
Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin

Zeit

29.10.2020, 18:30 - 20:30 Uhr

Themenbereiche

Erinnerungspolitik / Antifaschismus, Neonazismus / Rassismus

Zugeordnete Dateien

Erziehung nach Auschwitz in der Migrationsgesellschaft

Wir holen an diesem Datum die wegen der Corona-Pandemie vom 19. März 2020 abgesagte Veranstaltung nach!

Das nationale Selbstbild in Deutschland ist – trotz wachsender Angriffe von rechts – inzwischen davon geprägt, dass man sich angeblich besonders gut mit der NS-Geschichte auseinandergesetzt habe. «Nie wieder» gilt als gesellschaftlicher Konsens, dem gerade die Pädagogik Rechnung tragen soll. Doch nicht nur die aktuelle politische Situation lässt bisweilen Zweifel daran aufkommen, dass es sich hier wirklich um einen gesellschaftlichen Konsens handelt. Auch der Blick in die Geschichte der Bundesrepublik zeigt, dass Antisemitismus und Rassismus offiziell vor allem dann als gesellschaftliche Probleme wahrgenommen wurden, wenn das nationale Ansehen als demokratische Gesellschaft, die den NS überwunden hat, gefährdet war.

Im Vortrag geht es um die Frage, wie nationales Selbstbild und Erinnerungspolitik miteinander in Zusammenhang stehen, welche Ausschlüsse derlei nationale Wir-Konstruktionen mit sich bringen und welche Rolle Pädagogik dabei zukommt.

Doch gerade weil es eine nationale Erinnerungsweltmeister-Rhetorik einerseits und geschichtsrevisionistische Angriffe andererseits gibt, bleibt eine Erinnerungsarbeit, die sich beidem stellt, umso wichtiger.

Katharina Rhein ist promovierte Erziehungswissenschaftlerin, Soziologin und ehemalige Stipendiatin der RLS. Sie arbeitet aktuell in der Forschungsstelle NS-Pädagogik an der Goethe-Uni in Frankfurt. Sie ist Autorin des Buches «Erziehung nach Auschwitz in der Migrationsgesellschaft».

Mit dem SALON BILDUNG betreibt die Rosa-Luxemburg-Stiftung ein öffentliches Format, das in der Tradition politischer Salons steht. Auf den Veranstaltungen diskutieren wir zu aktuellen Themen der emanzipatorischen Bildung. Wir laden Menschen ein, die etwas Spannendes zu sagen haben, und diskutieren anschließend gemeinsam ihre Positionen. In angenehmer und geselliger Atmosphäre lassen wir den Abend ausklingen.

Standort

Kontakt

Dr. Marcus Hawel

Stv. Direktor des Studienwerks, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Telefon: +49 30 44310457