7. Dezember 2018 Seminar Heimat in der regressiven Moderne — Teil 2

Seminar des Gesprächskreises Kultur der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Information

Veranstaltungsort

Rosa-Luxemburg-Stiftung
Salon
Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin

Zeit

07.12.2018, 10:00 - 16:00 Uhr

Themenbereiche

Gesellschaftstheorie, Partizipation / Bürgerrechte, Stadt / Kommune / Region, Kommunikation / Öffentlichkeit

Zugeordnete Dateien

Heimat in der regressiven Moderne — Teil 2
Die Lizenzen, unter denen diese Datei steht, sind mit den Lizenzbedingungen von Facebook nicht kompatibel. Es ist daher nicht gestattet, diese Datei auf Facebook hochzuladen. CC BY-SA 3.0, Kreuzschnabel/Wikimedia Commons

Heimat hat Konjunktur, weil schneller sozialer Wandel die erlebbaren stabilen Zeiträume schrumpfen lässt, Erfahrungsräume auflöst, verunsichert und das Bedürfnis nach Sicherheit und Überschaubarkeit steigert.

«Heimat» ist Erinnerungsarbeit, drängt zur Bewahrung des Sicheren. Bekenntnis zur Heimat kann Abwehr des Neuen und Fremden ebenso bewirken wie Teilhabe und Mitgestaltung im eigenen Lebensumfeld anregen.

Diese Unbestimmtheit des Heimat-Begriffs macht ihn zur umkämpften Metapher, zum «Rohstoff des Politischen», mit dem das «Unabgegoltene ebenso wie das Überholte» (Negt/Kluge 1992) ausgedrückt werden kann. Mit dem Ende des sozialistischen Versuchs, Heimat aufzubauen, schwoll der konservative Heimat-Diskurs an. Jetzt kamen «jene zur Sprache, die sehr ortsfest und heimatverbunden blieben und alles um sich herum als sich ausweitenden Strom der Entwurzelung erlebten» (Tobias Knoblich).

Inzwischen wurde klar: «Es hängt für die politische Linke viel davon ab, dass sie den Wunsch nach Beheimatung nicht als ewiggestrig abtut» (Fischer/Hoff 2018) und darin auch eine Chance für die Integration der Zuwanderer erkennt.

Programm:

10:00 Uhr
Warum die Propaganda der Rechten Bewegungen mobilisierend wirkt (Schwerpunkt: Soziale Frage)
Einführung: Dr. Thomas Wagner (Kultursoziologe/Publizist)
Kommentar: Dr. Gerd Wiegel (Politologe, Referent für Rechtsextremismus und Antifaschismus bei der Fraktion DIE LINKE. im Deutschen Bundestag)

12:30 Uhr Mittagspause

13:30 Uhr
Wie die «Beheimatung» der Zuwanderer gelang und wieder gelingen kann
Einführung: Prof. Wolfgang Kaschuba (Kulturwissenschaftler, Gründungsdirektor des BIM und Vorstandsmitglied Deutsche UNESCO-Kommission)
Kommentar: Prof. Karoline Noack (Institut für Archäologie und Kulturanthropologie der Uni Bonn, Abt. Altamerikanistik und Ethnologie und Vorsitzende der Gesellschaft für Ethnographie)

Moderation: Konstanze Kriese (Kulturwissenschaftlerin, Mitarbeiterin der LINKEN im Europaparlament Brüssel)

Teil 1 des Seminars war am 29. Juni 2018.

Standort

Kontakt

Michaela Klingberg

Kulturforum, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Telefon: (030) 44310-160