28. Mai 2018 Film Der Kuaför aus der Keupstraße

Information

Veranstaltungsort

IkuWo
Goethestr. 1
17489 Greifswald

Zeit

28.05.2018, 20:30 - 22:30 Uhr

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Im Mittelpunkt der Dokumentation „Der Kuaför aus der Keupstraße" steht der von der rechtsextremen Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) ausgeführte Nagelbombenanschlag am 9. Juni 2004 in der Köln-Mülheimer Keupstraße, die als Zentrum türkischen Geschäftslebens gilt. Die Bombe wurde ferngezündet, wodurch 22 Menschen zum Teil schwer verletzt wurden und ein Friseursalon komplett verwüstet wurde. Der Regisseur Andreas Maus möchte in seiner Dokumentation zum Einen die Folgen für die Opfer und zum Anderen das Versagen der Ermittlungsbehörden aufzeigen. Unter Bezugnahme auf polizeiliche Protokolle mehrerer Verhöre von Geschädigten und Zeugen verdeutlicht Maus, dass erst lange die Opfer selbst und ihre Angehörigen im Zentrum der Verdächtigungen standen, bevor überhaupt ein fremdenfeindliches Motiv für die Tat in Betracht gezogen worden ist. Daran änderten auch die Hinweise der Geschädigten, dass es sich um einen fremdenfeindlichen Anschlag handeln könnte, nichts. Erst im November 2011 konnte der Anschlag nach dessen Selbstenttarnung dem NSU zugeordnet werden. Außerdem thematisiert der Film den zweifelhaften Umgang der Politik mit der Aufarbeitung der Ermittlungsfehler anhand des Besuchs von ex-Bundespräsident Joachim Gauck zum zehnjährigen Jahrestag des Anschlags.

Die Filmvorführung wird in Kooperation mit dem Arbeitskreis kritischer Jurist!nnen Greifswald veranstaltet.

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