22. September 2022 Tagung/Konferenz «Ihn dauerte die leidende Kreatur» – Symposium zu Peter Maiwald

Tagung & Lesung

Information

Veranstaltungsort

Heinrich-Heine-Institut
Bilker Straße 12-14
40213 Düsseldorf

Zeit

22.09.2022, 14:00 - 19:30 Uhr

Themenbereiche

Deutsche / Europäische Geschichte, Gesellschaftstheorie, Kunst / Performance

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«Ihn dauerte die leidende Kreatur» – Symposium zu Peter Maiwald

Peter Maiwald war ein politischer Lyriker von hoher Qualität – wortgewaltig, witzig und bisweilen schneidend scharf. 1946 in Nürtingen geboren, lebte er viele Jahrzehnte bis zu seinem Tod 2008 in Düsseldorf, das sein Lebens- und Arbeitsmittelpunkt war. Immer sympathisierte er mit den Schwachen, den kleinen Leuten bot er mit seinen Gedichten ein Sprachrohr. Sogar ein Marcel Reich-Ranicki nahm das wahr und zollte ihm Bewunderung. In seinem Nachruf auf den Lyriker schrieb er:

«… Maiwald gehörte nicht zu jenen, die die Welt herausfordern, vielmehr zu jenen, die sich von ihr herausgefordert sehen. Er war ein Poet in der Defensive. Der plebejischen Tradition der Dichtung folgend, sprach er für die Beleidigten und Benachteiligten. Er hatte ein Herz für die Verkommenen und die Verlorenen, er hatte eine Schwäche für die Vorstadt. Seine Helden sind die Menschen, die mit dem Leben nicht zurechtkommen. Ihn dauerte die leidende Kreatur.»

Das Heinrich-Heine-Institut hat den Nachlass dieses bedeutenden politischen Dichters übernommen. Sophia Rohan M.A., wissenschaftliche Volontärin am Heinrich-Heine-Institut, hat den Nachlass verzeichnet und darüber hinaus ein Lesebuch zu Peter Maiwald zusammengestellt. Beides wird sie im Rahmen der wissenschaftlichen Tagung vorstellen. Außerdem werden geladene Referent*innen Vorträge zu Maiwalds Werk halten.

Maiwalds Werk wurde zwar in den Medien stark rezipiert, bislang aber kaum wissenschaftlich untersucht. Hier nun werden erste Schritte zu einer systematischen Betrachtung des Lyrikers unternommen, dessen Menschlichkeit so groß war wie sein Widerstandsgeist. Sein Werk, das der Form nach – mit Reim und Metrum – zwar konventionell daherkam, harrt einer adäquaten Einordnung im bundesrepublikanischen Lyrikkanon.

Tagungsprogramm, 14 Uhr - 18.30 Uhr

  • Zum Auftakt der Tagung wird Sophia Rohan über das Verzeichnisprojekt berichten:
    „‚Ein Dichter des Alltäglichen, aber nicht Trivialen.‘ Peter Maiwalds literarischer Nachlass.“ 
  • Dr. Olaf Cless (freier Autor, Düsseldorf):
    "Ein Poet in der Defensive". Peter Maiwalds Düsseldorfer Jahre: Publikumsgunst, Kritikerlob und -schelte, Existenzsorgen und Fluchtträume
  • Dr. Jasmin Grande (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut Moderne im Rheinland):
    Referenzen in den Texten Peter Maiwalds
  • Ingar Solty (Referent für Friedens- und Sicherheitspolitik der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Berlin):
    Peter Maiwald, die Düsseldorfer Debatte und der Richtungsstreit in der DKP
  • Dr. Enno Stahl (Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf):
    Maiwald als Kritiker

Abendprogramm, 19.30 Uhr - 21.30 Uhr

Lesung & Gespräch: „Peter Maiwald in Liedern und Texten“

Peter Maiwalds lyrisches Werk besticht durch ihre Zugänglichkeit, Maiwald wollte seine Texte nicht verrätseln, dennoch gelang ihm – ähnlich wie Brecht - das Kunststück, schwere Dinge einfach zu auszusprechen. Die Abendveranstaltung wird ausgewählte Beispiele seines Schaffens in attraktiver Form darbringen.

Die berühmte Berliner Liedermacherin Barbara Thalheim, die lange Jahre mit Maiwald bekannt und befreundet war, hat viele seiner Texte vertont. Sie wird eine Auswahl daraus singen und über ihre Bekanntschaft mit Maiwald sprechen. Thalheim hat bislang über 20 LPs und CDs veröffentlicht, für ihr letztes Werk „Novemberblues. Deutschlands neunte November“ erhielt sie unlängst zum vierten Mal den „Preis der deutschen Schallplattenkritik“. Außerdem wird der Düsseldorfer Autor Olaf Cless exemplarische Gedichte Peter Maiwalds rezitieren. Unter der Regie von Enno Stahl wird Maiwalds noch unveröffentlichtes Hörspiel „Ich bin frei“ live als szenische Lesung mit Klangeinspielungen uraufgeführt. Es lesen die Schauspielerinnen Petra Kuhles, Chaymae M’stfa und Ina Rottstegge.

Anmeldung:
Bitte melden Sie sich beim Heinrich-Heine-Institut unter anmeldungen-hhi@duesseldorf.de oder unter +49 (0)211.89–95571 an.
Bitte geben Sie an, ob Sie sich für die Tagung und/oder die Lesung anmelden möchten.
Der Eintritt ist frei.


Eine Veranstaltung des Heinrich-Heine-Instituts in Kooperation mit dem Heine-Salon e.V. und der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Standort

Kontakt

Rosa-Luxemburg-Stiftung Nordrhein-Westfalen

Telefon: 0203 3177392