28. Oktober 2022 Seminar Ein Klasse Leben!

Rebellische Kraft aus der eigenen (Klassen-) Geschichte ziehen

Information

Veranstaltungsort

Rosa-Luxemburg-Stiftung
Straße der Pariser Kommune 8A
10243 Berlin

Zeit

28.10.2022, 10:00 - 29.10.2022, 16:00 Uhr

Themenbereiche

Erinnerungspolitik / Antifaschismus, Arbeit / Gewerkschaften, Partizipation / Bürgerrechte, Praxisreflektionen

Kosten

Normalpreis: 35,00 €
Ermäßigter Preis: 25,00 €
ermöglichend: 15,00 €

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Eine gesellschaftsbezogene (und nicht individualistische) Biografiearbeit eignet sich dafür, intensive und verbindende Begegnungen in vielen sozialen Feldern zu gestalten – über Erzählen und bewusstes Zuhören. Biografiearbeit unterstützt das Verständnis für Menschen anderer sozialer und kultureller Herkunft und wirkt so gesellschaftlicher Spaltung entgegen. Gesellschaftsbezogene Biografiearbeit nimmt ernst, dass sich in der Lebensgeschichte jedes Menschen Gesellschaft und allgemeine Geschichte spiegeln. So ermöglicht Biografiearbeit ein Verständnis für das je speziell verortete einzelne Leben sowie lebensnahe Einblicke in gesellschaftliche Entwicklungen und Zusammenhänge. Biografiearbeit kann einerseits in der politischen Bildung als Ansatz verwendet werden, die Zusammenhänge zwischen individueller Lebenserfahrung und gesellschaftlichen Verhältnissen zu verstehen und damit zum Gegenstand von kritischer Reflexion zu machen. Biografiearbeit kann andererseits in sehr unterschiedlichen Kontexten, in denen pädagogisch/bildnerisch mit Menschen mit Marginalisierungs- und Diskriminierungserfahrungen gearbeitet wird, unmittelbare Empowerment-Erfahrungen schaffen.
Im Workshop sollen die Teilnehmenden den Ansatz der gesellschaftsbezogenen Biografiearbeit kennenlernen und ihn im Seminarkontext ausprobieren und reflektieren. Wichtig ist uns hierbei der Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmenden und die partizipative und auf die Bedürfnisse der TN abgestimmte Durchführung des Workshops.
Biografiearbeit wird im Workshop als Ansatz für kritische, emanzipatorische Bildungspraxis vermittelt und reflektiert. Eine Offenheit für die Praxisfelder und Themen der Teilnehmenden ist dabei gewünscht, da der „interdisziplinäre“ und themenübergreifende Lernprozess zu Biografie-orientiertem Arbeiten ein wesentliches Potenzial bietet. Der Schwerpunkt u.a. auf Klasse und soziale Herkunft gibt uns einen Einstieg in das biografieorientierte Arbeiten, welches darüber hinaus aus dem Ansatz heraus offen für intersektionale Verortungen, verschiedenförmige Differenzen und Gemeinsamkeiten sowie Lebensgeschichten in komplexen Zugehörigkeiten ist.


Seminarleitung: Gert Dressel: Historiker, Fortbildner, „Biografiearbeiter“.  Leiter, Berater und Mitarbeiter zahlreicher biografie-, erinnerungs- und/oder erzählorientierter Forschungs-, Beratungs- und Bildungsprojekte sowie von partizipativ orientierten Projekten zur Entwicklung und Förderung von Sorgekultur und Caring Communitys. Kontakt: gert.dressel@univie.ac.at

Bente Gießelmann: Studium der Pädagogik und Kulturwissenschaft ,Kiel /Wien. Ehemalige Stipendiatin der Rosa-Luxemburg-Stiftung, seit 2019 Referentin für Wissenschaftskommunikation und Transfer an der Fakultät für Erziehungswissenschaft (Universität Hamburg). Langjähriges politisches Engagement in den Bereichen Erinnerungspolitik, Rassismus, Rechtsextremismus und sog. Neue Rechte. Schwerpunkt Biografieforschung und lebensgeschichtliche Interviews, 2018 Weiterbildung zu Biografiearbeit am Bundesinstitut für Erwachsenenbildung in Strobl. Kontakt: bente.giesselmann@posteo.de

Anmeldung: weiterbildung@rosalux.org

 

 

Standort

Kontakt

Ramona Hering

Referentin für Kritische Politische Bildung, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Telefon: +49 30 44310417