22. April 2022 Diskussion/Vortrag Zwischen Antisemitismus und Apartheid

Jüdische Radikale in Südafrika, 1948–1990

Information

Veranstaltungsort

Rosa-Luxemburg-Stiftung
Straße der Pariser Kommune 8A
10243 Berlin

Zeit

22.04.2022, 18:00 - 20:00 Uhr

Themenbereiche

Erinnerungspolitik / Antifaschismus, Parteien- / Bewegungsgeschichte, Südliches Afrika

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Zwischen Antisemitismus und Apartheid

Überproportional viele jüdische Südafrikaner*innen engagierten sich als radikale Gegner*innen des rassistischen Apartheidregimes. Von 1948 bis 1990/ 1994 leisteten sie Hand in Hand mit ihren nicht-weißen Genoss*innen Widerstand und organisierten sich mit ihnen in der Befreiungsbewegung des ANC (African National Congress) und der Kommunistischen Partei (South African Communist Party). In der multiethnischen Gesellschaft Südafrikas blieben Widersprüche und Konfliktlinien zwischen Juden und Weißen, zwischen jüdischen Radikalen und jüdischem Establishment, Kommunist*innen und panafrikanischen Nationalist*innen nicht aus.
Ihre Bereitschaft, Ausgrenzung, Anfeindung, Haft und Tod in Kauf zu nehmen, war angesichts der Teilhabe der jüdischen Gemeinschaft am Wohlstand der weißen Minderheit nicht selbstverständlich. Alle erfuhren sie antisemitische Beleidigungen durch die weiße Minderheit und die Polizei. Gemeinsam mit ihren schwarzen, indischen und farbigen Genoss*innen feierten sie 1990/1994 den Sieg über das rassistische Regime.

Hanno Plass stellt seine Befunde zum Phänomen der überproportionalen Beteiligung jüdischer Südafrikaner*innen vor und erläutert ihre Erfahrungen, Beteiligungsformen und Motive im Gespräch mit Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum, Leiterin des Zentrums für Antisemitismusforschung in Berlin. 

Dr. Hanno Plass ist Historiker und promovierte 2017 an der TU Berlin mit einer Studie zu Jüdinnen und Juden im Südafrika der Apartheid. 2020 erschien die überarbeitete Fassung unter dem Titel «Zwischen Antisemitismus und Apartheid. Jüdinnen und Juden in Südafrika (1948-1990)» im Verbrecher Verlag. Plass ist Vorsitzender der Hamburger Rosa Luxemburg Stiftung (RLS) und wissenschaftlicher Referent von Sabine Boeddinghaus, MdHB, Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft.
Für die RLS führt Dr. Florian Weis in die Veranstaltung ein.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung, vom Zentrum für Antisemitismusforschung und Verbrecher Verlag.

Um Anmeldung wird gebeten (siehe oben).

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Dr. Florian Weis

Referent für Migration und Demokratie, Rosa-Luxemburg-Stiftung