14. Juni 2024 Diskussion/Vortrag 600 Tote vor Pylos – das Verbrechen ein Jahr danach

Expert*innen informieren über die Verbrechen der griechischen Küstenwache und den Stand der juristischen Aufarbeitung

Information

Veranstaltungsort

Rosa-Luxemburg-Stiftung
Straße der Pariser Kommune 8A
10243 Berlin

Zeit

14.06.2024, 18:00 - 20:30 Uhr

Themenbereiche

Migration / Flucht, Südosteuropa

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600 Tote vor Pylos – das Verbrechen ein Jahr danach
Protest gegen die griechische Flüchtlingspolitik nach der Katastrophe von Pylos (Malakasa, 24.6.2023) IMAGO / NurPhoto

Schon oft ist nachgewiesen worden, dass Beamte der Küstenwache an den Grenzen Griechenlands Geflüchtete mit Gewalt zurückdrängen. In sehr vielen Fällen kamen Menschen auf der Flucht dabei zu Tode. Der Vorfall vor einem Jahr im Meer vor der Stadt Pylos ist der Höhepunkt dieser Verbrechen. Die Küstenwache leistete 15 Stunden lang keinerlei Hilfe, obwohl es nach allen Gesetzen und nach dem Gebot der Menschlichkeit ihre Pflicht gewesen wäre. Nach Aussage vieler Überlebender verschuldete die Küstenwache durch eine Abschleppaktion das Sinken des Schiffes. Über 600 Menschen starben.

Ein solches monströses Verbrechen darf nicht vergessen werden. Deshalb haben wir am Jahrestag des Schiffbruchs Expertinnen, Experten und einen Überlebenden eingeladen, detailliert darüber zu informieren, was vor einem Jahr geschah und wie jetzt versucht wird, die Gerichtsprozesse gegen die Verantwortlichen zu verschleppen und stattdessen Sündenböcke zu bestrafen.

  • Dimitra Andritsou hat im Rahmen ihrer Tätigkeit beim Forschungsinstitut Forensic Architecture intensiv über den Fall geforscht;
  • Ilias Chronopoulos hat das Pylos-Verbrechen als Mitarbeiter von Open Source Research - Digital Strategy des Refugee Support Aegean ebenfalls gründlich untersucht;
  • Stavros Malichudis ist Chefredakteur der griechischen Investigativplattform Solomon - auch er ist einer der besten Kenner des Falls;
  • ein Überlebender des Schiffsbruchs.

Diese hier genannten vier Personen informieren detailliert über die Geschehnisse des 14. Juni 2023.

Ein/e Mitarbeiter/in von Refugee Support Aegean berichtet über den Stand der drei juristischen und zwei Ombuds-Verfahren zu dem Verbrechen

Tareq Alaows beschreibt den asylpolitischen Rahmen des Verbrechens - er ist flüchtlingsspolitischer Sprecher von Pro Asyl


Veranstalter: Bündnis Griechenlandsolidarität Berlin

Unterstützer:
(in alphabetischer Reihenfolge)
attac
Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung
Borderline Europe
Gruppe Arbeiterpolitik
Pro Asyl
Respekt für Griechenland
Rosa Luxemburg Stiftung
SoliOli

Standort

Kontakt

Dorit Riethmüller

Projektmanagerin Südosteuropa, London, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Telefon: +49 30 44310 414