9. Oktober 2019 Diskussion/Vortrag Die Kapitalisten des 21. Jahrhunderts

Information

Veranstaltungsort

W3 - Werkstatt für internationale Kultur und Politik
Nernstweg 32-34
22765 Hamburg

Zeit

09.10.2019, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Kapitalismusanalyse, Wirtschafts- / Sozialpolitik

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Vortrag und Diskussion mit Dr. Werner Rügemer, Autor des Buchs „Die Kapitalisten des 21. Jahrhunderts“ und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat von Attac Deutschland.

Der Boss mit der Melone hat ausgedient, die neuen Kapitalisten sind keine Fabrikbesitzer im herkömmlichen Sinne mehr. Und sie erzielen auch nicht Profit durch Realproduktion. Sie sind Organisatoren des Reichtums der Gesellschaft zum Zwecke seiner Vermehrung. Die Wachstumsdoktrin wird reduziert auf Profitwachstum. Der Referent stellt seine These vor, dass diese neuen Finanzakteure die Realwirtschaft nicht aufbauen, sondern sie zerstören. Die Methode: Sie kaufen vornehmlich mittelständische Betriebe mit dem Geld des Reichtums und mit Krediten, schlachten sie aus, „filetieren“ sie, betreiben Massenentlassungen und   Lohnkürzungen, übertragen die Kredite auf die aufgekauften Firmen, die sie wieder verkaufen oder an die Börsebringen. Dieses Verfahren bringt mehr Rendite als der Erhalt der Firma und die Investition in ihre Realwirtschaft, nämlich 15 bis 40 Prozent. Das Ganze läuft so, dass das Management entweder ausgetauscht oder durch enorme Boni und Aktienpakete beteiligt wird und so dem Geschehen noch etwas abgewinnen kann, auch wenn die Firma „gesundschrumpft“. Zum neuen Kapitalismus gehören verschiedene Klassen und Gruppen von global agierenden Finanzakteuren. Die mächtigsten unter ihnen – die erste Liga – sind Kapitalorganisatoren vom Typ BlackRock. Die zweite Liga besteht bisher aus Investoren wie Hedgefonds und Wagniskapitalisten. Unterschiedliche Rollenspielen elitäre Investmentbanken, Privatbanken und die traditionallen Großbanken. Allen gemeinsam ist, dass sie das Geld ihrer Klientel in Steuerorasen verstecken.

Veranstaltung von Attac Hamburg in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg.

Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

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Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg

Telefon: 040 28003705