10. Mai 2017 Diskussion/Vortrag Frauen als Avantgarde? Ist die Krise des Kapitalismus auch eine Krise des Patriarchats?

Information

Veranstaltungsort

TU Dresden, Hörsaalzentrum
HSZ/E03/U
Bergstraße 64
01069 Dresden

Zeit

10.05.2017, 18:30 - 20:30 Uhr

Themenbereiche

Ungleichheit / Soziale Kämpfe

Zugeordnete Dateien

Frauen als Avantgarde? Ist die Krise des Kapitalismus auch eine Krise des Patriarchats?

Mit Prof. Dr. Christine Bauhardt (Humboldt Universität Berlin)

Eine gemeinsame Vortrags- und Diskussionsreihe des Referates politische Bildung (StuRa der TU Dresden) und der RLS Sachsen

Trotz ihrer Ohnmacht gegenüber vielen Krisen sitzt die herrschende Klasse scheinbar fest im Sattel. Und diese Herrschaft ist nach wie vor unbestreitbar männlich. Sind die patriarchalen Herrschaftsverhältnisse dem Kapitalverhältnis unabänderlich eingeschrieben? Welchen Spielraum hat die Emanzipationsbewegung der Frauen unter diesen Umständen? Welche Wirkungen hat es, wenn sich die Geschlechterverhältnisse und Rollenklischees im Alltag zu ändern beginnen: Frauenquoten, Kindergärtner, Männer im Erziehungsjahr, nackte Femen als Rebellinnen. Was ändert eine weibliche Kanzlerin und eine Frau als Vorstandschefin eines Konzerns an den Herrschaftsverhältnissen des Kapitalismus? In welchem Verhältnis stehen Macht-, Herrschafts- und Geschlechterverhältnisse und welchem Wandel unterliegen sie?

 

Zur Reihe:

In der Weltwirtschaftskrise 2007/2009 konstatierte selbst der gesellschaftstheoretische Mainstream eine grundlegende Krise des Kapitalismus. Neue Krisenausprägungen sind hinzugekommen, alte haben sich verschärft. Die damit eng zusammenhängende wachsende politische Polarisierung und der Aufstieg rechtspopulistischer Parteien und Bewegungen geben Anlass, Ursachen und Wesen der Gesellschaftskrise zu hinterfragen. Dabei bedarf auch die Krise der Kritik selbst, das Fehlen eines Aufschreis kritischer Intellektueller und eines wirksamen Streitens um kulturelle Hegemonie, der Aufarbeitung. Warum fehlen in der Parteienlandschaft wie in den Gewerkschaften bei allem wachsenden Krisenbewusstsein Positionen, die eine dezidiert linke Kritik am gesellschaftlichen Status Quo verbalisieren? Warum bleibt die Kritik in aktuellen sozialen Bewegungen oft oberflächlich und begriffslos? Wie lassen sich verschiedene Krisenausprägungen auf adäquate Begriffe bringen? Wo kann eine der gegenwärtigen Krise entsprechende Neubestimmung der theoretischen Grundlagen von Kritik an Klassiker der kritischen Gesellschaftstheorie - von Marx über Gramsci und die Frankfurter Schule bis zu Foucault - anknüpfen und wo sind neue Ansatzpunkte linken Denkens erfordert? Pierre Bourdieu hatte eine „ökonomische Alphabetisierungskampagne“ gefordert. Diese tut dem sozialwissenschaftlichen Denken, dass die Reflexion auf die strukturellen Bedingungen vieler sozialer Phänomene in den kapitalistischen Produktionsverhältnissen oft über Bord geworfen hat, heute ebenso Not, wie eine sozialwissenschaftliche Alphabetisierung der Ökonomie erfordert wäre, um 'Marktgesetzte' nicht als unabwendbare Naturgesetze zu begreifen, sondern als Ausdruck, historisch gewordener und damit veränderbarer gesellschaftlicher Verhältnisse. Krisen sind immer auch der Beginn von etwas Neuem und können als Chancen und Aufbruchssignale wirken. Ob und wie solche Chancen in konkreten gesellschaftlichen Kämpfen genutzt oder verspielt werden hängt nicht zuletzt von den Fähigkeiten zur Reflexion auf die Ursachen und Wirkungszusammenhänge der Krisen und auf die möglichen Bedingungen anderer Formen der Vergesellschaftung ab.

 

weitere Veranstaltungen

01. Juni, Donnerstag, 18.30 Uhr: Multiple Krisen als Krise der gesellschaftlichen Naturverhältnisse

Mit Prof. Christoph Görg (Uni Klagenfurt)<?xml:namespace prefix = "o" ns = "urn:schemas-microsoft-com:office:office" /><o:p></o:p>

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25. Oktober, Mittwoch, 18.30 Uhr: Subjekt in der Krise<o:p></o:p>

Mit Prof. Dr. Christine Kirchhoff (International Psychoanalytic University Berlin)<o:p></o:p>

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15. November, Mittwoch, 18.30 Uhr: Krise der Bewegung oder Krise der Emanzipation???<o:p></o:p>

Mit Christoph Spehr (Autor und Politiker)<o:p></o:p>

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6. Dezember, Mittwoch, 18.30 Uhr: Krise, Kritik und autoritäre Bewegung – Rechts- und Linkspopulismus in der Kritik<o:p></o:p>

Mit Dr. Ingo Elbe (Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg)<o:p></o:p>

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Standort